Der Shit-O-Call beim Hack der Deutschen Telekom

07.04.2013:

An diesem Wochenende war ich auf dem DTHack. Ein Hackaton der Deutschen Telekom und Evernote. Eigentlich kam ich, weil ich schon seit Ewigkeiten Evernote-Fanboy bin und sogar schon einen nutzbaren Open Graph Publisher mit dem Namen Evernoter geschrieben habe. Bei den Vorträgen am Freitag-Abend allerdings war ich ziemlich erstaunt, was die Telekom mit ihrem Developer Garden und der TROPO API inzwischen anbietet. Ordentliche APIs für Voicecalls, SMS, Spracherkennung und Telefonkonferenzen. Also alles was bisher großen Playern vorbehalten war, kann man inzwischen selbst machen. Das Thema ist also mobil genug, um hier darüber zu schreiben.

Ich war also so begeistert, dass ich beschlossen habe mit den Tools des Developer Garden etwas zu bauen, was wir schon lange benötigen: Eine Warnung, wenn des Nachts ein Shitstorm über die von uns verwalteten Communities zieht. Das Ergebnis nennt sich Shit-O-Call. Der Service ruft eine Telefon-Nummer an und initiiert gleich eine Konferenzschaltung, wenn sich mehrere Nutzer eine Community überwachen.

Zu meiner Überraschung habe ich den von Developer Garden ausgelobten Preis gewonnen! Endlich ein iPad! Die Preise wurden in verschiedenen Kategorien ausgelobt: Nicht nur von Evernote und Developer Garden gab es elektronisches Spielzeug, sondern auch noch Amazon-Gutscheine in Form eines Designer-Preises, eines Hacker-Preises und als Krönung einen Nachhaltigkeits-Preis für Nutzen in der Berlin Startup-Community. Die Konkurrenz war stark und ich dachte nicht, dass ich so gut dabei abschneide und hatte daher eher auf den Hacker-Preis für schlankes aber intelligentes Design spekuliert.

Supergut war auch ein Pitch-Workshop mit David Knight von Silicon Allee. Diesen Workshop hatte ich zuerst total unterschätzt – weiß ich ja schon alles. Elevator-Pitch und Pipapo – dachte ich. Meine Idee ist ja sehr schlank, dachte ich. Aber trotzdem – doch etwas verzettelt. Unterschätzt, dass die anderen Menschen nicht in meiner Problemdomäne drin sind. Shitstorms kennt ja jeder – aber für wen und warum das ein Problem ist und wie genau dieser Service das Problem lösen kann – das war der Schlüssel.

Ursprünglich wollten noch mehr aus der Agentur mitkommen. Ich war leider alleine. Aber das hatte sich jetzt weniger als Problem herausgestellt. Als 4er-Team, wie wir es auf dem Spotify-Hack waren, gab es deutlich mehr Overhead in Form von Abstimmungen. Ein 2er-Team halte ich inzwischen für optimal. Oder ein 3er-Team beibei denen aber nur 2 coden. Ich hätte echt gerne jemanden dabei gehabt, der eine der beiden Backend-Anbindungen gemacht hätte. Oder das Design. Oder einfach nur jemand, der sich Gedanken über Sinn und Nutzerführung macht.

Aber da ich alleine war, hatte ich mich nicht übernommen und war darauf fokusiert möglichst früh ein shipbares Produkt zu haben. Nagut, sollte man eigentlich bei jedem Hack haben. Schon nach 3 Stunden wurde der erste Shitstorm erkannt und der erste Anruf ausgelöst. Dann kam aber die ganze Benutzbarkeit dazu. Mehrere Pages mit verschiedenen Kriterien und die Telefonkonferenz.

Sebastian Küpers gewann mit seinem Startup den Evernote-Preis und bekommt einen Trip nach San Fransisco zur Evernote-Konferenz gesponsort. Dort darf er nochmals gegen andere Hackaton-Gewinner pitchen. Gratulation hierzu!

Der Shit-O-Call braucht jetzt noch ein ordentliches Interface, einen vermarktbaren Namen und noch ein paar Tweaks an der selbstlernenden Engine. Aber wir möchten den Service unbedingt veröffentlichen, da wahrscheinlich nicht nur wir vor diesem Problem stehen.

Man lernt verdammt viel über sich selbst auch. Mein Fazit: Blind loslegen, verdammt schnell und fokusiert arbeiten und dann aber doch hintenraus nicht den letzten Schliff haben. Zumindest für meinen Anspruch. Also alles wie immer. Aber ich bin zufrieden, nicht zuletzt wegen dem Gewinn. Unten gibt es noch ein Video. Alle Infos zu dem Event gibt es bei Evernote auf Deutsch. Inzwischen hat auch David Knight von Silicon Allee, den ich persönlich treffen durfte, auch darüber geschrieben.

Proudly sent from my iPad.

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