Wireless aber nicht Weirdless: Das SONOS Wireless Hifi System im Test

12.05.2013:

Ich habe zwar wenig Ahnung von Musik, aber ein gutes Gehör und einen hohen Anspruch an Technik. Ich liebäugelte schon lange damit die Wohnung mit kabellosen Sound von SONOS zu versorgen. Jetzt wurden mir dankenswerterweise einige Geräte zum testen bereitgestellt. Konkret war das ein Play:3 Lautsprecher, eine Connect und die Basisstation namens Bridge.

Ausgangssituation

Wir sind ein Haushalt von 2 Personen und 2 Katzen. Haben 2 Macbooks und 2 iPhones und regelmäßig Gäste. Momentan haben wir einen Bluetooth-Empfänger von Logitech* , der an 2.1 Boxen von Logitech gekoppelt war.

Die Basisstation

SONOS, das ist ein Wireless Hifi System. Es gibt verschiedene Lautsprecher und Möglichkeiten zur Konnektivität der bestehenden Sound-Infrastruktur. Das ganze System verbindet sich via W-Lan. Allerdings über ein proprietäres Protokoll der eigenen Basis-Station, anstatt sich in das bestehende W-Lan einzuklinken.

Und das ist der erste Kritikpunkt: Hier in Berlin Mitte ist alles voll mit W-Lans. Da möchte ich nicht noch ein weiteres sendendes Gerät direkt neben der Time Capsule haben. Nicht der Stahlungs-Esoterik wegen, sondern aus Gründen der Performance.

Der Controller

Aufgebaut und konfiguriert war es schnell. Die Basis-Station mit Internet und Strom versorgt und anschließend die Lautsprecher irgendwo aufgestellt und das System mit der OSX-Anwendung verbinden. Die Sonos-Anwendung gibt es für alle wichtigen stationären und mobilen Betriebssysteme und ist das zentrale Steuerelement und gleichzeitig größter Kritikpunkt des Systems.

SONOS OSX Controller

Denn Kritikpunkt 2: Man kann alles über die Anwendung machen und man muss alles über die Anwendung machen. Man sagt welches Lied aus welcher Quelle auf welchen Lautsprechern ausgegeben wird und wie Laut das System ist.

  • Abspielen von lokalen Dateien funktioniert so, dass de Musik-Bibliothek auf dem Rechner für das Netzwerk freigegeben wird und das System darauf zugreift. 
  • Für Spotify werden die Daten eingegeben. Diese werden im System gespeichert und sind  von allen Controller-Anwendungen nutzbar. 
  • Für analoge Eingänge wird der entsprechenden Eingang ausgewählt. Je nach Device kommen unterschiedliche Eingänge in den Lautsprechern mit (3,5mm, Cinch oder optisch). 

Und hieraus ergeben sich folgende Probleme:

  • Ich benutze dann nicht die Anwendung von Spotify um Musik zu hören und habe all die sozialen Features oder Open Graph Publishes nicht. Wenn Spotify mal ein Major Update machen sollte, dann steht man erst mal im Wald. 
  • Da es ein in sich geschlossenes System ist, reagieren die Laut/Leise-Tasten des Macbook nicht.
  • Jeder muss die Anwendung nutzen. Ein Gast der gerade mal etwas abspielen möchte, muss erst mal die Anwendung installieren und sich pairen. Nicht nur, dass das aufwendig ist – es funktioniert auch nicht immer. Ich konnte mein iPhone ein einziges mal pairen und danach hat es das System nicht mehr gefunden.
  • Es ist nur auf Musik limitiert. Youtube-Videos am Rechner (Ganz großer Partyspass..) können nicht ohne weitere Hardware ins System gebracht werden.

Der einzige Vorteil davon, dass es ein in sich geschlossenes System ist, ist, dass auf allen Geräten im Haushalt der gleichen Stand ist. Gleicher Spotify-Account, gleiche freigegebene Musik, gleiche Playlists und Lautstärken. Wobei hier eher die Nachteile überwiegen. Meine Freundin mit der ich zusammen wohne, kann ihren Spotify-Account nicht auch noch verbinden. In Zeiten in denen alles immer cloudiger wird eindeutig keine gute Lösung.

Kritikpunkt 3: Es kommt kein Airplay mit. Also wirklich. Ein System, welches auf W-Lan basiert, bringt diese Verbindungsmöglichkeit nicht mit. Und auch kein plattformübergreifendes Bluetooth. Es wird zusätzlich noch eine Apple Airport-Extreme dazu benötigt. Und dann sind wir beim Gesamtpreis wieder in ganz anderen Regionen.

Die Lautsprecher

Ich habe mich jetzt ziemlich auf das System und den Controller fokusiert. Beim Sound aber gibt es nichts zu meckern, der ist auf gutem mittleren Niveau. Nicht billig, aber auch nicht High End. Man macht damit nichts falsch. Ich höre hauptsächlich rockige Musik und hier und da könnten die Bässe deutlicher sein.

Noch ein Wort zum Preis: Der kleinste Lautsprecher, der Play:3, den ich getestet habe, liegt bei 300€, der nächstgrößere Play:5 bei ca. 500€. Die Bridge wird ab dem Betrieb eines zweiten Lautsprechers benötigt und kostet 50€. Ansonsten gibt es noch eine Soundbar und einen Subwoofer zu je 700€.

Fazit

Versteht mich bei dem ganzen gemecker nicht falsch! Das System an sich ist schon cool! In einem Controller zu sagen welcher Eingang kabellos auf welchem Ausgang spielt ist schon cool. Vor allem in einem großen Haus. Oder der Partymode, in dem ein Eingang auf allen Lautsprechern im ganzen Haus spielt. Aber für mich hätten Sie es dabei belassen können und dem ganzen noch Airplay und Bluetooth spendieren sollen. So löst es für unseren Haushalt mit zwei sehr digital versierten Menschen unsere Probleme nicht, sondern beschert uns neue. Seine Stärken spielt das System vor allem in großen Häusern mit mehreren Räumen aus. Oder bei Nutzern, die nicht komplett Abhängig von Cloud-Services wie Spotify sind.

Die Alternative

Eine Alternative in der gleichen Preisklasse bietet BOSE mit dem Soundlink Air Digital System*. Das ist ein Lautsprecher zum gleichen Preis wie der Play:3, allerdings mit Airplay integriert. Weitere Lautsprecher können auch gekoppelt werden. Wer in dieser Preisrange etwas mit Airplay sucht, spart sich 150€ für die SONOS-Infrastruktur und Airport-Express.  Ich hoffe, dass ich das bald auch mal testen kann.

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