Warum Bloggen? Meine Themen, mein Ziel und mein Manifest.

Schon 2012 hatte Sascha Lobo auf der Republica dazu aufgerufen, wieder mehr zu bloggen. Man sollte wieder Herr seiner Daten zu werden. Für mich schwingt aber noch etwas ganz anderes mit. Nämlich die ganz persönliche Zielsetzung mit einer gewissen Öffentlichkeit zu erreichen.

Die Zielsetzung

Wenn man nicht gerade Tagebuchblogger ist, hat man ja ein Thema. Deshalb ist das Ganze ja eigentlich auch als Fachblog für mobiles Web gestartet.

Aber irgendwie hat es sich nicht so wirklich ergeben. Ich habe auch sehr lange überlegt, über was ich schreiben könnte. Aber irgendwie habe ich mich dann im Laufe des Jahres doch für andere Dinge interessiert und ein breiteres Spektrum gehabt, bzw. mich dazu entschieden, von einem breiteren Spektrum zu schreiben. Aber dann habe ich mich gefragt: Warum überhaupt? Was ist die Zielsetzung, einfach so von einem breiteren Spektrum zu schreiben?

Ist es ein Ziel, in Top-Listen, wie z.b. den Top 50 Kreativen von Business Punk oder den 100 wichtigsten Köpfen im Netz der t3n aufzutauchen? So etwas ist vielleicht ein nettes Bonbon, sollte aber meiner Meinung nach kein Ziel sein. Wenn man nur auf so etwas Vordergründiges hinarbeitet, ist die Gefahr groß, dass es dann auch dabei bleibt.

Kleine Analogie: Es ist ja auch ein Unterschied, ob man sich zum Ziel stellt, eine Zwei in französisch zu bekommen, oder man sich zum Ziel setzt, perfekt Französisch sprechen zu können. Bei Ersterem stirbt die Motivation vermutlich schon im darauf folgenden Schuljahr, nachdem man das erreicht hat. Bei Letzterem hat man ein Ziel, auf das man immer weiter hinarbeiten kann.

Konkret also?

Meine Themen

Ich habe dann erst mal geschaut, über was ich so schreiben könnte. Wo ich verhältnismäßig viel Fachwissen besitze, und wo ich verhältnismäßig wenig besitze, was mich sehr interessiert, und was mir eher egal ist.

Mein Ziel

Und dann ist es mir gekommen. Privates und Berufliches sind bei mir ziemlich konvergent. Ich bin auch der Meinung, dass die „Trennung von Arbeit und Leben“ Bullshit ist. Deshalb habe ich mein persönliches Ziel als Motivation für den Blog übernommen: Meine Rolle im Kontext meiner Firma zu perfektionieren. Für alle Quereinsteiger: Ich bin Managing Director Technology bei buddybrand. In einem Startup würde man diese Rolle vielleicht neudeutsch CTO nennen. Auf altdeutsch vielleicht technischer Geschäftsführer. Und diese Rolle möchte ich nach außen und nach innen hin perfektionieren.

Mein Manifest

Unternehmen müssen durch immerwährende Innovation ihre Produkte und Marken sprechen lassen. Egal ob online oder offline. Egal ob im Community-Management oder in Produkten. Marken benötigen vor allem zeitgemäße Produkte und authentisches Handeln auf Augenhöhe. Meist sind sie sich dabei allerdings selbst im Weg.

Die Arbeit in sozialen Netzen geht für mich über eine reine Nutzung hinaus. Was für Zugriffsmöglichkeiten gibt es? Wie lassen sich die ohnehin vorhandenen sozialen Informationen sinnvoll nutzen, aggregieren und in Kontext setzen? Die komplette Durchdringung eines Wissenskomplexes ist immer mein Ziel.

Mit der Beschäftigung als Programmier-Freelancer seit quasi immer mit entsprechendem Blick über den Tellerrand kam ich noch nie um Themen wie Selbstorganisation, Effizienz und Arbeitsbedingungen herum. Hier habe ich die einmalige Gelegenheit, die Arbeitsbedingungen der Leute, die hier arbeiten, zu ändern. Ich will, dass jeder glücklich zur Arbeit kommen kann und in einem Prozess und mit Tools arbeiten kann, die ihn glücklich machen. Dabei sehe ich mich auch als Moderator / Katalysator. Ein guter Prozess ist nicht aufgezwungen, sondern entwickelt sich aus sich selbst heraus.

Bloggen als Tool

So. Und dafür sehe ich einen Blog als das perfekte Tool. Da man beim Bloggen in der Öffentlichkeit steht, ist man durch das Verfassen von Blogbeiträgen gezwungen, seine Themen vorbereitet und strukturiert anzugehen. Man muss sich fragen: Was interessiert meine Leser, was kann ich mit meiner Sichtweise zu dem Themenkomplex beitragen? Wie positioniere ich mich im Vergleich zu anderen Meinungen?

Nicht, dass ihr mich jetzt falsch versteht: Ich möchte auch nicht die komplette Firma transparent machen. Gerade wird ja auch viel über Konformismus im Netz und wie ein paar ungünstige Tweets Karrieren zerstören können diskutiert. Ich möchte lediglich inspirieren und zeigen, wie ich die Sachen sehe.

Zusätzlich kommt mit dem Bloggen auch ein stärkeres Netzwerk von ähnlich Denkenden einher, die auch Feedback auf die eigenen Gedanken geben.

Ein ganz schöner Brocken, aber mein Ziel für 2014 ist mir jetzt endlich klar geworden. Wie mit diesem Beitrag, werde ich euch auch weiterhin mitnehmen. Auch, was meine Gedanken dahinter angeht.

So, und wer davon noch nicht inspiriert wurde, kann ja mal den Vorsatzomat befragen.

Zum Abschluss noch ein inspirierendes Zitat:

Wenn man das Ziel nicht kennt, ist kein Weg der richtige. (Plato)

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Veröffentlicht von Klaus Breyer

Hat Software Engineering studiert und 2010 die Social Media Agentur buddybrand mitgegründet. War dort bis 2015 als technischer Geschäftsführer / Chief Technology Officer verantwortlich für die Implementierung von Technologien und Innovationen im Marketing-Kosmos. Seit 2016 nun Mitgründer und CTO von BuzzBird, der #1 Plattfform für automatisiertes Influencer Marketing.

Immer auf der Suche nach Trends und technischen Herausforderung liegt der Fokus aktuell auf der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und Engagements als Business Angel. Kann auch als Freelance CTO und Berater gebucht werden.