Startup Personalstrategie: Warum Produkt und Verbreitung sich grundsätzlich unterscheiden.

Das Produkt und dessen Verbreitung sind die beiden essentiellen Säulen jedes Unternehmens. Alle anderen Disziplinen (Sales, Marketing, PR, Produkt, Logistik, Technologie, .. ) sind nur Varianten. Beide Säulen unterscheidet sich grundsätzlich darin, sie personell zu besetzen.

Typischerweiße (und im Idealfall) verteilen sich diese beiden Gebiete auf zwei Gründer / Geschäftsführer und alles andere ordnet sich dem unter.

Produkt-Entwicklung generiert internes Wissen

Bei der Produktentwicklung entsteht Wissen oft erst während des Prozesses. Klar, Handwerkszeug (z.B. Programmierskills) sind zwar erforderlich, aber ein tieferes Verständnis über die Problemdomäne und die Bedürfnisse der Kunden ist hochgradig individuell.

Grundsätzlich sollte ja immer möglichst früh mit einem MVP erste Erfahrungen gesammelt werden, um möglichst früh davon zu lernen. Das ist ja nichts neues. Dieses MVP sollte aber unbedingt einem späteren Produkt-Verantwortlichen obliegen. Manche Erfahrungen und Einsichten können einfach nicht weitergegeben werden – egal wie viel dokumentiert wird.

Programmierer wachsen in ihre Rolle rein, werden nur selten oder nie ersetzt, haben allerdings auch regelmäßig Onboard-Zeiten von bis zu 6 Monaten.

Verbreitungs-Maßnahmen benötigen externes Wissen

Ganz anders ist dies bei den Verbreitungs-Maßnahmen (Marketing / Sales / PR / etc.) eines Unternehmens. Diese benötigen kein tiefes Wissen der Problemdomäne sondern exzellente Kenntnisse der externen Welt. Und sie müssen sich ständig wechselnden Faktoren anpassen, wenn mal wieder ein neues Social Network angesagt ist.

Diese Positionen sind sowohl personell als auch struktuell bedeutend einfacher auszutauschen. Das zeigt sich allein schon an der großen Agenturlandschaft, die sich um genau dieses Phänomen herum gebildet hat, um möglichst schnell „neuen kreativen Input“ in das Unternehmen hinein zu bekommen.

Bei Verbreitungs-Menschen rechne ich mit einer Onboarding-Zeit von 1-3 Monaten.

Die Folgen

Ein Programmierer wird wertvoller, je tiefer er sich mit einem Problem auseinandergesetzt hat. Eine Sales-Person hingegen wird wertvoller, je mehr verschiedene Erfahrungen sie gemacht hat.

Selten ließt man, dass ein CTO bei einem Startup zu einer späteren Stufe reingeholt wird. Wenn, dann muss das Unternehmen wirklich schon ziemlich schief stehen und mit der aktuellen Besetzung unzufrieden sein – oder es handelt sich um eine reine Management-Position. Viel öfter erwächst in der Realität allerdings ein CTO aus den bestehenden Programmierern.

Ein VP of Sales kann problemlos zu einer späteren Unternehmensphase angeheuert werden. Eine solche Management-Position zu früh anzustellen, würde vermutlich vor allem Overhead erzeugen.

Klar, das lässt sich jetzt nicht alles komplett pauschalisieren.Aber es ist ein Muster, welches mir schon des öfteren bei Startups aufgefallen ist.

(Image Credits: Picacho Peak State Park @ Google Earth)

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Veröffentlicht von Klaus Breyer

Hat Software Engineering studiert und 2010 die Social Media Agentur buddybrand mitgegründet. War dort bis 2015 als technischer Geschäftsführer / Chief Technology Officer verantwortlich für die Implementierung von Technologien und Innovationen im Marketing-Kosmos. Seit 2016 nun Mitgründer und CTO von BuzzBird, der #1 Plattfform für automatisiertes Influencer Marketing.

Immer auf der Suche nach Trends und technischen Herausforderung liegt der Fokus aktuell auf der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und Engagements als Business Angel. Kann auch als Freelance CTO und Berater gebucht werden.

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