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Phase 2: Der Berliner mit seinen Projekten am Laufen

Er wird zwar oft belächelt, doch der Berliner mit all seinen Projekten „am Laufen“ steht für ein intaktes Innovations Ökosystem. Im folgenden einige Gedanken, die mir auf der Suche nach meinem nächsten Geschäftsmodell so kamen.

Jeder kennt die Situation: Man lernt jemanden kennen und möchte etwas über ihn lernen. Man fragt: Und was machst du so – beruflich? Aus dem „Irgendwas mit Medien“ von früher wurde inzwischen ein „Ich habe da so ein Projekt am Laufen“. Viele Menschen (meistens mit einem festen Job oder nicht aus/in Berlin) machen sich darüber lustig. Symbolisch steht für mich dafür das Lied „Ich will nicht nach Berlin“ von Kraftclub:

Ich habe da gerade so n‘ Projekt – super!
Noch nichts konkretes, aber sehr geil
Businessmäßig hab ich mich da noch nicht festgelegt
Irgendwas im „creative“ Bereich – Auf jedenfall!
Bloß kein nine to five job – ?? – find ich ja mega ätzend!
Genau, ich mach einfach einen Fashion Blog – geil!
Und laufe dann mit meiner Spiegelreflex durch Friedrichshain
und mache Fotos, von „Streetern“ und intressanten Leuten
Hauptsache hier in Berlin!

Ich möchte heute mal eine Lanze für diese Projekte brechen. Weil das ist eigentlich ganz gut. Viele großartige Unternehmen, die ein wirkliches Problem lösen, starteten mal als Projekt. Eben weil der Bedarf dafür da war.

Projekte-Darwinismus: Natürliche Selektion

Das Positive vorab: Aus einem Projekt zu starten ist erst mal ungezwungen. Man muss sich noch nicht Vollzeit verpflichten und gründet noch keine Firma. Es kann sich ganz natürlich entwickeln und wie es sich entwickelt, wird es für alle passen. (Oder halt nicht.)

Auf dem Weg eines Projektes zum Erfolg oder einem richtigen dauerhaften Unternehmen muss ein Projekt einige Hindernisse nehmen und sich anpassen. Im Prinzip Darwinismus. Das stärkere Projekt setzt sich durch:

  • Soziale Einflüsse: Weil es mit den einen Menschen besser passt, als mit den anderen.
  • Umwelt-Einflüsse: Weil der Markt dafür da ist und der richtige Zeitpunkt gekommen ist.
  • Wirtschaftliche Einflüsse: Manche Projekte bezahlen einfach die Miete.
  • Genetische Einflüsse: Oder schlicht weil man mehr Bock auf eine Sache hat.

Auch die ganzen Fashion Blogs die Kraftclub besingt (und die keiner braucht) werden wieder verschwinden. Deren Autoren werden daraus (hoffentlich) Erfahrungen gezogen haben, die sie weiterverwenden. Das ist natürliches Element einer natürlichen Auswahl ihres eigenen Projektes im großen Markt. Und das eigentlich auch ganz ok.

So schließt sich der Kreislauf wieder: Projekte kämpfen natürlich nicht nur bei den initiierenden Menschen ums überleben, sondern später natürlich auch auf dem Markt.

Regeln für das eigene Überleben

Man sollte sich emotional nicht zu sehr auf einzelne Projekte versteifen. Die Chance, dass sich ein Projekt wirklich durchsetzt weil es z.B. im Projekte Pool von jemand anderem nicht überlebt, ist relativ hoch.

Wenn man sich auf wirkliche „Spaß Projekte“ einlässt, sollte einem auch klar sein warum. Vielleicht möchte man sich weiterbilden. Kann in dem Kontext ganz ungezwungen eine neue Programmiersprache oder ein neues Framework einsetzen. Man sollte zumindest eine These formulieren können, was man sich davon erhofft.

Jedes Projekt sollte zumindest irgendwie getrackt werden. Selbst bei einem Bier formulierte Projekte sollte man aufschreiben. Mindestens in einer Liste, noch besser natürlich in einem Kanban oder Trello.

Und dann einfach das machen, was einem Spaß macht. Am besten ruhig mal alleine loslegen und erst mal rumexperimentieren. Dadurch, dass etwas passiert, schafft man ja auch Anreize, die das eigene Projekte bei den anderen mit ihren eigenen vielen Projekten wieder attraktiver macht.

Das große Ganze

Was ich jetzt mit den Projekten beschrieben habe, trifft ja nicht nur auf mich zu sondern auf jeden! Jeder hat ganz viele kleine Projekte, von denen er selbst noch nicht weiß welches sich durchsetzt und die untereinander konkurieren. Der eine macht es bewusster, der andere unbewusster. Interaktionen mit anderen Menschen sorgen für neue Impulse und reichern diese Projekte an.

Man darf nur nicht alles auf eine Karte setzen. Die Ironie daran ist ja: Eben weil nicht nur man selbst so viele Projekte am laufen haben, sondern auch jeder andere, wird aus einem einzelnen Projekt selten das große Ding. Also mal rein quantitativ gesehen.

Dazu  kommt noch, dass jeder Angst hat, das nächste große Dinge zu verpassen. Jeder möchte eigentlich ständig was anderes machen, was einem (mehr) Spaß macht. Das ist ganz tief in uns einprogrammiert. Das ist der Kampf ums Überleben – nur heute nicht mehr in einer steinzeitlichen Höhle, sondern bei einem „Käffchen“.

(Auf dem Bild zu sehen ist übrigens der Blick vom sagenumwobenen St. Oberholz, Ursprung unzähliger Projekte in Berlin, auf den Rosenthaler Platz an einem fröstelnden Februar Nachmittag.)

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Die zu exportierenden Notizen auswählen und dann rechtsklicken um sie als .enex zu speichern.
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enex-to-opml – Evernote zu Workflowy Migration

Wer (wie ich) aktuell von Evernote zu Workflowy* migriert, der möchte am liebsten seine Notizen mitnehmen. Evernote ist leider ziemlich verschlossen, was das angeht. Deshalb habe ich ein kleines Command Line Tool in Node geschrieben um das unsägliche XML der .enex Dateien in saubereres .ompl für Workflowy umzuwandeln.

Features

  • Jeder Notiz-Titel wird ein Workflowy-Eintrag.
  • Notiz-Inhalte und HTML (gestripped) werden zum Notiz-Inhalt benutzt.

Geschrieben habe ich es in Node.js und es anschließend als npm veröffentlicht. Das Repository gibts bei github.

Installation

Um es zu nutzen benötigt ihr lediglich Node.JS und natürlich npm. Installieren könnt ihr es dann so:

npm install enex-to-opml -g

Zusammenfassung

Die Nutzung ist ebenso denkbar einfach. Geht einfach in den Ordner mit euren aus Evernote exportierten .enex Files und ruft das Script mit ihnen als Parameter auf.

cd /path/to/your/evernote-exports/
enex-to-ompl export.enex

Ihr erhaltet dann eine export.ompl Datei, welche ihr per Copy und Paste bei Workflowy eintragen könnt.

Step by Step

1. Evernote-Notizen exportieren
Die zu exportierenden Notizen auswählen und dann rechtsklicken um sie als .enex zu speichern.

Die zu exportierenden Notizen auswählen und dann rechtsklicken um sie als .enex zu speichern.

2. Script aufrufen

$ enex-to-opml example.enex
Processing: example.enex
Saved: example.opml
$

3. .opml Datei in Texteditor kopieren
Die .opml Datei im favorisierten Texteditor öffnen und in die Zwischenablage kopieren.

Die .opml Datei im favorisierten Texteditor öffnen und in die Zwischenablage kopieren.

4. In Workflowy importieren
Direkt das XML aus der Zwischenablage in workflowy einfügen.

Direkt das XML aus der Zwischenablage in workflowy einfügen.

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Kontakte Funnel
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Phase 1: Der Kontakt-Funnel

Ich fragte mich: Welche Art von Kontakten benötige ich? Auf welche Menschen lege ich Wert und was ist nur Rauschen?

Hintergrund dieser Frage war, dass ich auf meinem letzten Artikel Unmengen von Feedback und glücklicherweiße auch eine Menge konkreter Anfragen bekam. Um dieses „netzwerken“ (ich hasse dieses Wort!) etwas zielgerichteter anzugehen habe ich mir mal ein mentales Modell überlegt.

Das Modell

Ich konnte sämtliche Personen die ich noch kenne und die ich neu kennenlernte in 3 grobe Cluster einteilen, welche jeweils eine eigene Zielstellung haben (und hübscherweiße alle mit K beginnen):

  • Kunden: Auftraggeber für Freelance-Jobs. Ein Grundstock der mich regelmäßig mit Aufträgen versorgt.
  • Kreative: Kontakte mit potentiellen Kreativen und Unternehmern für neue Geschäftsideen und Austauschen von News
  • Kumpel: Alte Freundschaften wiederbeleben und neue Freundschaften aufrecht erhalten.

Weiterhin habe ich (ähnlich einem klassischen Sales Funnel) alle Kontakte in 4 Nähe-Grade eingeteilt:

  • Stufe 1: Regelmäßige Treffen in echt. Ich würde keinen Moment zögern einen Chat aufzumachen wenn ich ein Problem hätte und mir würde geholfen werden.
  • Stufe 2: Hin und wieder Kontakt. Viele dieser Berliner „man müsste mal wieder ein Bierchen trinken gehen“.
  • Stufe 3: Entfernte oder sehr alte Kontakte. Kontaktieren hat normalerweiße nur Sinn, wenn derjenige daraus profitieren kann.
  • Stufe 4: Noch keinen direkten Kontakt. Jemanden, den ich mal auf einer Konferenz als Speaker gesehen habe, der aber mit mir noch keinen Kontakt hatte.

Die Praxis

Als näFacebook Kontakt Tagschstes habe ich mein mentales Modell auf Facebook Listen und Xing Kategorien übertragen – also quasi meine Kontakte auf dieser Art „getagged“.

Facebook und Xing sind die Tools die im Alltag bei mir am meisten stattfinden. Bei Erfolg ist das Modell natürlich auch Problemlos auf Linkedin und Twitter übertragbar. (In WhatsApp allerdings leider nicht.)

So oft saß ich schon an einem Freitag Abend alleine rum und hab Gedankenverloren meine allgemeine Facebook Liste durchgegangen mit dem ich denn jetzt was machen könnte. Wenn jetzt etwas Zeit ist, habe ich jetzt einen Pool von Leuten der Stufe 1 die sowohl Kunden, Kreative oder Freunde sein können mit denen ich jeweils qualitativ eine gute Verbindung aufrecht erhalten kann.

Genauso habe ich jetzt einen Pool von Leuten die ich quantitativ anpollen kann, wenn ich gerade als Freelancer die nächsten zwei Woche nicht ausgebucht bin und Aufträge benötige. Dann ist es auch egal ob das Stufe 2 oder 3 ist – das variiert dann nur in den Anschreiben.

Wirklichen Wert haben die Listen/Tags allerdings nur, wenn man sie auch regelmäßig pflegt und ehrlich mit sich selbst ist. Meine initiale Einordnung vieler Kontakte war erstmal oft falsch – vor allem zwischen den Stufen 2 und 3. Manche Leute schätzt man näher ein, als sie tatsächlich sind. Wenn man sie aber anschreibt, merkt man das man doch etwas distanzierter ist als gewünscht.

Die Recherche

Ich hatte in meinem letzten Artikel ja erwähnt, dass ich jetzt sehr reflektiert an die Schritte herangehe, die ich ohnehin machen muss. Akquise und Netzwerken ist jetzt der erste davon.

Normal würde man dafür ein CRM System aufsetzen wie z.B. Highrise. Allerdings sind die meisten CRMs auf E-Mail Kommunikation und Vertrieb ausgelegt. Nicht auf richtige Social Media Kommunikation oder die Integration von Freunden.

Korrigiert mich gerne, aber ich kenne kein CRM System welches Facebook Chats und Xing-Nachrichten integriert. Twitter ist das höchste der Gefühle. Historisch bedingt mache ich persönlich allerdings sehr viel über Facebook und würde ich meine Freunde über E-Mail statt Facebook-Chat nach einem Bierchen fragen, würden diese sich an den Kopf fassen (und vermutlich viel zu spät reagieren).

Deshalb nutzen mir bestehende CRM Systeme hier nichts. Auf der anderen Seite benötige ich allerdings schon auch ein wenig Komfort, wie ihn bestehende CRM-Systeme bieten. Für Deals, Notizen, Todos benutze ich aktuell ein Trello-Board mit den selben Clustern.

Bildschirmfoto 2015-07-13 um 13.09.40

Eine Geschäftsidee?

Stellt euch das mal vor:  Ein persönliches CRM-System. Man könnte über alle Netzwerke hinweg auf Facebook/Xing/Twitter/Linkedin chatten, auf einer Meta-Ebene den Überblick über Deals/Todos behalten und Unterstützung beim aktiven Weiterentwickeln der Kontakte bekommen.

Denn Kontakt zu halten ist ja mehr als nur Chatten: Zum Beispiel A/B Testing von Chat-Anschreiben, wie man z.B. einen Kontakt von Stufe 3 nach 2 aktiv vorbewegen kann. Oder man kann programmatisch überlegen, über welche bestehenden Kontakte man an einen Stufe 4 Kontakt herankommt. Die gängigen Netzwerk-Mechanismen könnten direkt eingebaut sein und sich auf die eigene Kontakte und Kommunikation anpassen.

Auch mit Gamification geht hier sicher viel. Anstatt seine Farm zu bauen, kann man die Zeit doch auch in nützliche menschliche Verbindungen investieren. Vielleicht heißt es ja schon bald: Gratulation, du bist jetzt ein Stufe 5 Freund von Klaus!

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Jedem Anfang liegt ein Ende inne

Ich habe  nach über 5 Jahren mein Amt als technischer Geschäftsführer von buddybrand niedergelegt.

buddybrand wandelte sich in den letzten Jahren von einem technischen Dienstleister hin zu einer der deutschen Topadressen für Social Media und insbesondere Content. Die Reise habe ich über 5 Jahre aktiv mit gestaltet. Nun allerdings geht diese wahnsinnig krass gute Zeit für mich zu Ende, denn ich will noch einmal etwas Neues wagen.

Aktuell bin ich auf der Suche nach Geschäftsmodellen, die einen Business Angel oder Mitgründer suchen und entwickle parallel eigene neuen Ideen.

Bis ich eine meiner neuen Ideen Vollzeit mache, bin ich als Freelance CTO buchbar. Man kann mich gerne Hands On als Programmierer für Websites, Blogs und Apps und technische Probleme mit Facebook jeder Art beauftragen. Ich berate aber auch sehr gerne bei klassischen CTO Aufgaben wie Technologie-Strategie, entwickle Prototypen/MVPs und baue Entwickler-Teams auf.

Ich mache mich also ein zweites Mal selbstständig. Damit es für den geneigten Leser unterhaltsam bleibt, möchte ich viel darüber schreiben. Dafür habe ich mir folgende „Werte“ gesetzt.

Hands on

Man kann sich viele Geschäftsideen am Reißbrett überlegen. Aber am besten ist doch etwas, was einem selbst auch einen Nutzen bringt. Und genau darauf wird jetzt erst mal mein Fokus liegen: Ich muss eine eigene Buchhaltung aufbauen, als Unternehmer mit potentiellen Geschäftspartnern connecten und als Freelancer potentielle Kunden akquirieren. Dabei habe ich nicht nur die Herausforderung alles „from scratch“ aufzuziehen, sondern auch die Chance alles was es dafür heutzutage an Produkten und Services gibt in Frage zu stellen – und wer weiß, vielleicht fällt ja dabei ja schon eine nützliche Geschäftsidee raus.

Datengetrieben

Bevor ich  wild allen Menschen verzweifelt auf Xing und LinkedIn meine neue Selbstständigkeit mitteile, um verzweifelt Freelance-Aufträge zu bekommen, möchte ich da in Zukunft smarter vorgehen. Nämlich datengetriebener. Damit meine ich nicht, dass ich mir absolute Zahlen als Ziele setze und meinen Erfolg daran messe, sondern dass ich viel mehr (allerdings bewusst) experimentiere. Bevor ich etwas durchführe, möchte ich Hypothesen aufstellen, warum etwas funktionieren kann und woran ich Erfolg feststelle. Anschließend möchte ich das Experiment auswerten, daraus lernen und es beim nächsten mal besser machen. Martin Szugat aka Datentreiber erklärt das in einem Talk sehr gut.

Transparent

Alles was ich mache, wie ich meine Freelance-Arbeit strukturiere, an welchen Ideen und mit welchen Unternehmen ich zusammen arbeite, soll hier im Blog dokumentiert werden. Allerdings möchte ich jetzt nicht tagebuchartig jedes Projekt dokumentieren sondern die Meta-Ebene. Vor allem möchte ich über meine Hypothesen und Vorgehensweisen diskutieren und auf die vielleicht eine oder andere Sache gestoßen werden, die ich vergessen habe.

So – soviel dazu. Los gehts.

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CRM als ultimativer Link der digitalen Transformation

Der folgende Text möchte auf einer Metaebene zusammenfassen, was mit dieser Digitalen Transformation um uns herum gerade abgeht. Inspiriert ist der Artikel von Gartner, wenngleich er auch schon etwas älter ist. Im Nachhinein fällt allerdings auf, wie wichtig die Rolle eines CRMs ist. Das möchte ich hier in diesem Artikel darstellen. Jüngst ist dieser Markt sogar um 13,3% gewachsen. 

Für einen Deep-Dive habe ich bei den aufkommenden Technologien noch weiterführenden Informationen oder gute Cases verlinkt. Über Feedback oder noch mehr Informationen würde ich mich sehr freuen.

Gestern: Digitalisierung des Marketings

In der ersten Phase der Digitalisierung, die wir nun fast vollkommen durchlebt haben, wurde vor allem der Vertriebsweg und die Kundenerfahrung digitalisiert.  Hier sprechen wir vor allem von Consumer-Technologien. Diese Stufe haben die meisten Unternehmen schon erklommen. Unternehmen die digitale Vertriebswege, egal ob Social Media oder Mobile, eingeführt haben, konnten massiv mehr Einheiten verkaufen.

Wie spielt das CRM hier rein? Unternehmen reichen ihre vorhandenen Kunden-Datenbanken mit Daten aus Social Media an und lernen immer mehr über ihre Kunden. Das kann im Extremfall so weit gehen, dass erste Unternehmen jedem einzelnen Kunden invidiuelle Inhalte ausspielt und deren Effektivität messen können.

Upcoming: Software-Defined Anything; Volumetric and Holographic Displays; Neurobusiness; Data Science; Prescriptive Analytics; Complex Event Processing; Big Data; In-Memory DBMS; Content Analytics; Hybrid Cloud Computing; Gamification; Augmented Reality; Cloud Computing; NFC; Virtual Reality; Gesture Control; In-Memory Analytics; Activity Streams; Speech Recognition.

Heute: Digitalisierung von Geschäftsmodellen

Was wir nun gerade erleben, ist die komplette Digitalisierung von Unternehmen. Die restlichen Teile der Wertschöpfungskette werden digitalisiert, z.B. durch 3D-Drucker und der Kunde selbst verknüpft sich mit dem Unternehmen über das Internet of Things, Connected Home und Connected Cars.

Auch dann ist ein CRM der Dreh- und Angelpunkt, welches alle die vielen aufkommenden Technologien verknüpft. Denn das Wissen über Kundendaten und deren Steuerung ist dann zentral für die Digitalisierung der Wertschöpfungskette.

Upcoming: Bioacoustic Sensing; Digital Security; Smart Workspace; Connected Home; 3D Bioprinting; Affective Computing; Speech-to-Speech Translation; Internet of Things; Cryptocurrencies; Wearable User Interfaces; Consumer 3D Printing; Machine-to-Machine Communication Services; Mobile Health Monitoring; Enterprise 3D Printing; 3D Scanner; Consumer Telematics.

Morgen: Komplette Autonomität

Im nächsten Schritt wird das Unternehmen selbst komplett digital funktionieren. Computer werden uns autonom in Selbstfahrenden Autos herumfahren und uns mit automatisch generierten Texten auf Support-Anfragen antworten.

Upcoming: Virtual Personal Assistants; Human Augmentation; Brain-Computer Interface; Quantum Computing; Smart Robots; Biochips; Autonomous Vehicles; Natural-Language Question Answering.

Fazit

Nicht jedes Buzzword ist eine Technologie, die gleich alles verändert. Man muss schauen, welche Technologie auf welche Phase der Digitalisierung einzahlt. Ebenfalls sollte man nicht zu früh und blind mit irgend etwas starten. Was aber unumgänglich für die Digitalisierung ist, dass Unternehmen möglichst viele Punkte ihrer Wertschöpfungskette kontrollieren. Wie gut Starbucks das aktuell schon macht, habe ich bereits in einem anderen Artikel beschrieben. 

 

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Konsumgüter und diese digitale Transformation: Ein Missverständnis.

Wenn ich mich mit Kunden und potentiellen Kunden über Themen wie ein Social CRM oder CRM im Allgemeinen unterhalte, dann höre ich immer, dass es für  die eigenen Produkte ja keinen Sinn ergibt.

Bullshit! Und eine viel zu einfache Antwort!

Unternehmen, die Konsumgüter, wie z.b. Naschzeug oder Hygieneartikel herstellen, müssen sich Gedanken machen wie sie mehr Touchpoints ihrer Wertschöpfungskette kontrollieren können. Weil sonst können sie nicht nachhaltig digitalisieren. Aktuell stellen sie ihre Waren her und vertreiben diese über Handelsunternehmen. Das ist ein Problem.

Schauen wir uns mal Starbucks an. Denen gehören sämtliche Touchpoints der Wertschöpfungskette. Von der Kaffee-Produktion bis hin zum einzelnen Laden und jeder einzelnen Kaffee-Tasse. Deshalb können sie aktuell ziemlich gut digitalisieren:
Sie führen Apps ein, die perfekt den Kunden an das Unternehmen binden. Dahinter liegt ein massives CRM System, welches über uns Kunden lernt. Starbucks weiß in mittelbarer Zukunft, welcher Nutzer was, wie viel und wo kauft. Anschließend kann Starbucks individuelle Werbung auf allen möglichen Kanälen wie z.B. Facebook oder per E-Mail ausspielen.

Welche Chancen gibt es?

Konsumgüterhersteller könnten ihren eigenen Online-Shop aufbauen. Das Problem dabei sind die geringen Margen, kleine Warenkörbe und hohen Versandkosten. Aber wer dieses Problem löst, hat eine richtig gute Chance.
Eine Alternative sind eigene Stores. Man könnte als Konsumgüter-Hersteller mit einem Flagship-Store starten und dann expandieren. Langnese macht das mit ihren Happiness-Stations in Einkaufszentren schon ziemlich gut. Könnte ich mir mein Eis jetzt vorher schon über eine App zusammenstellen und anschließend in Facebook sharen..

Viel Bewegung im Markt.

Bestehende E-Commerce Anbieter haben es natürlich besonders gut. Ihnen gehört die Plattform. Dort kann man schon heute den kompletten Customer Lifecycle tracken – und das passiert auch schon. Zum Teil sogar bei Retailern. Aber auch Handelsunternehmen haben aktuell eine gute Chance, da der Konsument in ihren Läden immer digitaler wird. Problem ist allerdings, dass auch das Handelsunternehmen nicht alle Punkte der Wertschöpfungskette kontrolliert – denn sie stellen die Produkte nicht her.

Deshalb sehe ich aktuell die größere Chance bei den Konsumgüterherstellern: Sie haben die entsprechende Marke und die Fähigkeit, das Produkt noch zu drehen.

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Wo ist die Community? Im Zeitalter von „Media that happens to be social“!

Social Media wird zum reinen Reichweitenkanal

Die Hoffnung war ja, dass die sozialen Medien – und die damit einherkommende digitale Disruption – dafür sorgen, dass sich das Marketing wieder stärker auf seine ursprüngliche Aufgabe konzentriert: Die Stimme der Konsumenten zu repräsentieren.

Heute steht das “Media” in Social Media stärker als je zuvor für das englischsprachige, reichweitenstarke “Media” und beschreibt in erster Linie Medialeistung (im Sinne von bezahlter Werbung).

Wir arbeiten nicht mehr nur mit einem sozialen Medium, sondern ebenso mit einem Reichweitenkanal, der nebenbei auch Social ist, weil die Menschen sich dort unterhalten. Doch am Ende geht es auch 5 Jahre später immer noch nur um Reichweite.

Bloß keine Innovation!

Schritt für Schritt wurde Social Media in die altbekannten Marketing- und Sales-Prozesse integriert: Einem Facebook-Posting wurde nicht nur ebenso viel Aufmerksamkeit geschenkt wie einem TV-Spot zur Primetime, nein, auch die Strategie dahinter wird immer noch Top-Down gedacht.

Auf Kundenanfragen wird zwar mehr oder minder eingegangen – allerdings werden diese mehr als lästiges Übel gesehen, statt als Insight. Und ständig im Nacken: Die die Angst vor einem drohenden Shitstorm.

Was bedeutet es, Im Jahre 2015 Social Media Manager in einem großen Unternehmen zu sein?

Vor allen Dingen Einzelkämpfer zu sein! Denn heutzutage ist der Social Media Manager in der schwierigen Situation, seine Arbeit sowohl verteidigen, als auch deren Wichtigkeit argumentieren zu können und zu müssen.

Und so sitzt der Social Media Manager vor seinen Dashboards und wringt das letzte bisschen Reach und Engagement aus der kostenlosen Reichweite der Kanäle. Weniger Beachtung findet die Tatsache, dass der Social Media Manager intern auch zahlreiche Veränderungen anzuschieben hat. Aus einem einstigen Enthuisasten wurde ein Zahlenmensch. Wie ein Banker. Hauptsache kein Shitstorm.

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Was wurde nur aus der re:publica?

Ich meinte es ernst. Leider. Muss aber auch sagen, dass es natürlich meckern auf einem hohen Niveau ist.

Die re:publica gibt es seit 2007. Bei der Hälfte war ich dabei. Ich bin also kein Urgestein, aber genügend involviert um mich etwas aufzuregen. Grundsätzlich natürlich krassen Respekt gegenüber dem Team, was die re:publica aus der Taufe gehoben hat und bis heute begleitet. Was ihr bisher geschafft habt, ist einzigartig und toll. Nur die aktuelle Entwicklung beunruhigt mich. Und das liegt nicht nur an den Themen, die behandelt wurden. 

Problem Media Convention

Hauptproblem ist dabei die Media Convention und den Raum, den sie inzwischen einnimmt. Die meisten Talks der Media Convention waren einfach nur uninspirierte Werbung der großen Plattformen. Dabei zeigten die für Deutschland / Europa abgestellten PR-Menschen keinerlei Kontur oder mutige Position. Wie sollen sie auch? Und so übertrafen sich die Firmen nur in geschniegelter Selbstdarstellung.

Das das Logo der re:publica dem der Facebook Ads stark ähnelt, ist da nur noch ein ironischer Side-Fact. 

Die Faszination lässt nach

Noch Im letzten Jahr konnte ich mich gar nicht entscheiden, in welchen Talk ich will. Wenn mal nebenher im Büro etwas zu tun war, saß ich auf glühenden Kohlen und konnte es kaum erwarten,  die3 Stationen mit dem M29 wieder bis zum Konferenzgelände zu fahren.

Dieses Jahr war die Wahl der Talks vor allem die Wahl zwischen dem geringeren Übel. Nebenher mal einen halben Tag im Büro zu sein, war schon fast beruhigend und erschien mir eine bessere Investition meiner Zeit zu sein.

Zu viel Politik, zu wenig Flausch.

Seit der Sascha-Lobo Rede aus dem letzten Jahr nimmt sich jeder mit einem Vorhaben oder einer Organisation noch ernster als zuvor. Sämtliche Titel der politischen Talks in diesem Jahr waren düsterer als je zuvor. Abgelesene Reden als Vorworte von Politikern taten ihr übriges.

Die Medien berichten von einer Internetkonferenz. Aber eigentlich war es dieses mal eine Politikkonferenz.

Das ist ein Problem. Damit vertreibt man politisch halbinteressierte wie mich nur noch mehr.

Mehr Kätzchen und Innovationen

Wenn ich an das Internet denke, dann denke ich an Kätzchen und Innovationen.Von beidem gab es zu wenig.

Lustige Vorträge und Catcontent waren Mangelware. Wirklich inspirierende Talks ebenso. Sogenannte Innovation war oft nur Selbstdarstellung von  Startups mit zu wenig Budget um sich einen richtigen Stand zu leisten. Ein sogenannter Lightning-Talk wird über 10 Minuten gezogen und stellt ein seit Jahren etabliertes Geschäftsmodell vor. Neue Impules? Keine Spur. Die MIZ-Box auf der Fläche gab sich zwar Mühe, war aber doch nur  eine elitäre Sauna mit selbstbeweihräucherndem Aufguss.

Macht, dass die re:publica wieder Spaß macht!

Mein Appell: Macht die re:publica wieder lustig. Macht sie voll Catcontent. Voll Innovationen. Ein Spielplatz für Erwachsene, die im Netz sind. Wenn man Menschen im positiven Sinne begeistert, dann verstehen sie auch, dass man Politik braucht um das zu erhalten. Das war schließlich der Spirit der vergangenen Jahre. Den brauchen wir wieder zurück.

Und lasst die re:publica vor allem wieder mehr re:publica sein. Trennt die Media Convention deutlicher ab!

Klar. Es gab schon auch ein paar Highlights. Ohne Frage. Und ihr dürft mir gerne noch weitere verlinken, aber an meiner Gefühlsebene ändert das nichts.

Dieses Jahr waren vermutlich mehr Menschen denn je auf der re:publica. Aber ich persönlich habe weniger mitgenommen denn je. Klingt deprimierend. Aber ich habe ernsthaft Hoffnung, dass es die Menschen um Spreeblick und Netzpolitik nächstes Jahr wieder besser hinbekommen.

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Wie Unternehmen den Mobile Social Lifestyle nutzen (können).

Unsere mobilen Geräte sind zum ständigen Lebensbegleiter geworden. Wir nutzen sie auf vielfältige Art und Weise, vor allem aber mit sozialem Hintergrund. Diese Präferenz schlägt sich nicht zuletzt in den Download-Statistiken der App-Stores nieder, die von den Anwendungen der Sozialen Netzwerke dominiert werden. Diese Apps nutzen wir weitaus öfter und länger, als beispielsweise die Telefonfunktion, wie die Studie “Always Connected” der IDC belegte.

Mobile ist von Social durchdrungen und Social wäre ohne Mobile nicht so unmittelbar: Das ist unser neuer “Mobile Social Lifestyle”. Unternehmen wollen und können ein Teil dieses neuen Lifestyles werden, müssen dafür aber im Vergleich zu klassischem Marketing etwas umdenken. Die Kommunikation ist weniger Top-Down und Unternehmen dürfen nicht nur erwarten, dass Konsumenten zu Fans werden, sondern müssen – umgekehrt – Fans ihrer Konsumenten werden. Sie müssen sich wirklich und ernsthaft mit ihren Interessen befassen und ihnen entsprechende Angebote machen, die Mobile und Social funktionieren.

Inhalte – Lebensader des Netzes.

Kommunikation ist, per Definition, ein Geben und Nehmen von Inhalten. Und das tun wir schon seit Urzeiten. Ob nach der Jagd um ein Lagerfeuer sitzend oder in der Neuzeit im Gespräch mit Freunden bei beim Abendessen.
Medien verstärken Kommunikation: Wir konsumieren Medien nicht nur, wir reden auch über sie.
Mit dem Aufkommen des Internets verschwammen die Grenzen zwischen Produzent und Konsument immer mehr. Jeder der in sozialen Netzwerken konsumiert, produziert gleichzeitig auch, und wenn dies nur durch eine leichtgewichtige Aktion wie ein “like” geschieht.
Mobile verstärkt diesen Effekt noch einmal: Jeder konsumiert (und produziert gleichzeitig) von überall und jederzeit.
Deshalb müssen Inhalte, die in sozialen Netzwerken funktionieren sollen, auch immer mobil funktionieren. Das heißt: Texte dürfen nicht zu lang sein, sondern müssen schnell erfassbar sein. Ein gutes Bild eignet sich besser als ein Video. Hierauf muss das Community-Management eines Unternehmens beispielsweise achtgeben. Denn im Gegensatz zu dem Marketing-Team sitzen die Konsumenten nicht im gemütlichen Büro am großen Bildschirm, sondern konsumieren Inhalte verstärkt unterwegs, in Bus und Bahn – mit gegebenenfalls schlechterer Internetanbindung.
Dabei wird nicht nur schnell konsumiert, sondern auch schnell wieder vergessen. Aus dem Newsfeed, aus dem Sinn. Um dauerhaft im Gespräch zu bleiben, müssen ständig neue Inhalte zur Verfügung gestellt werden, da auf mobilen Geräten ja auch dauerhaft konsumiert wird.

Offline – Das restliche Leben

Inhalte werden nicht nur vom Community-Management eines Unternehmens erstellt, sondern Gespräche über ein Unternehmen finden ohnehin schon statt. Die dadurch entstehenden Inhalte sind gleichzeitig auch authentischer, da sie von realen Nutzern kommen.
Unternehmen können gezielt Situationen erzeugen, in denen über sie geredet wird.
Offline-Events sind wohl am weitesten von Online-Kampagnen entfernt, eignen sich aber hervorragend, um Gespräche anzustoßen: Unsere mobilen Geräte haben wir immer dabei, und wenn wir etwas sehen, das uns beeindruckt, ist oftmals unsere erste Reaktion, dies mit unseren Freunden über die sozialen Medien zu teilen. Ein gutes Beispiel für eine Aktion am Point of Sale, die viele Gespräche erzeugt hat, ist beispielsweise “Trink ‘ne Coke mit Freunden”. Coca-Cola hat Flaschen mit Sonder-Labels produziert, auf denen unzählige Vornamen in den Claim “Trink ‘ne Coke mit ..” eingebracht werden, also zum Beispiel “Trink ‘ne Coke mit Julia”. Diese Flaschen wurden unzählige Male fotografiert und die Bilder in sozialen Netzwerken geteilt.
Dies sind sehr hochwertige Markenbotschaften, da sie von den Nutzern selbst erzeugt werden. Die Stimme der Marke spricht aus den Konsumenten. Soziale Medien und soziale Situationen kommen so über mobile Geräte zusammen.

Marketing-Kampagnen – Vergängliche Highlights.

Unternehmen können sich selbst auch über digitale Kampagnen ins Gespräch bringen. Dabei bedeutet die Durchführung einer Kampagne aber nicht, dass in erster Linie Goodies verlost werden müssen. Denn der Nutzer, der wegen Gewinnspielen kommt, kommt nur wegen Gewinnspielen – und nicht wegen des Unternehmens. Er wird kein echter Fan – auf Dauer verwässert ein Unternehmen damit seine soziale Konsumentenschaft, da immer mehr “Fans” anwesend sind, die sich eher für Gewinnspiele als für die Marke interessieren. Besonders bei schwachen Marken im Konsumgüter-Bereich kann sich dies langfristig als ein Problem herausstellen. Dabei bieten Kampagnen viele Möglichkeiten – auch Mobile – via Social echtes nachhaltiges Engagement zu erzeugen. Damit sich ein Konsument mit einer Marke auseinandersetzt, muss ihm aber auch etwas geboten werden. Im Netz gilt dasselbe wie offline: Im Idealfall spricht der Konsument selbst die Sprache der Marke.

Neben der markenstrategischen Botschaft der Kampagne dürfen auch taktische Feinheiten nicht vergessen werden. Da die Konsumenten überall, egal ob in der Bahn, auf Twitter oder vor dem Fernseher auf dem iPad erreicht werden, benötigt die Kampagne ein “responsive Design”, das heißt, die Microsite passt sich immer dem Bildschirm des darstellenden Gerätes an.

Setzt man für eine Kampagne nicht auf “extreme” technische Implementierungen wie Augmented Reality oder Branded Gaming, eignen sich native Apps grundsätzlich nicht für Kampagnen. Denn auf der einen Seite muss die Hürde der App-Stores bei der Einreichung genommen werden, auf der anderen Seite entstehen durch große Datenmengen beim Downloads auch hohe Abbruchraten bei Nutzern ohne Wifi.

Services – Dauerhafter Mehrwert.

Für Services eignen sich Apps hingegen perfekt. Services können dauerhaft dem Konsumenten Mehrwert bieten und ihn so dauerhaft an ein Unternehmen binden.

Denn ein Service ist mehr als eine Marketing-Aktion: Das Design von Services greift tief ins Geschäftsmodell ein und bedarf vollstem Verständnis der Kontaktpunkte zwischen Unternehmen und Konsument entlang der Customer Journey. Dem Konsumenten muss über alle Kontaktpunkte hinweg ein konsistentes Erlebnis geboten werden – ein einzelner Kontaktpunkt darf beispielsweise nicht Erwartungen wecken, die von einem anderen Kontaktpunkt nicht erfüllt werden können.
Bei der Analyse und Research auf diesem Level können Bedürfnisse der Kunden festgestellt werden, die gezielt mit einer mobilen App gestillt werden können.

Die Möglichkeiten für Services sind vielseitig – und meist davon geprägt, dass beide Seiten davon profitieren. Ein Sportartikelhersteller wie Nike oder Puma bietet dem Konsumenten via mobiler App die Möglichkeit zur Erfassung seiner Trainingsläufe. Die App erfasst Anzahl, Umfang, Intensität der Läufe und Beschaffenheit der Strecke. Wird das nächste Mal dann ein Schuh benötigt, so kann der Konsument im einfachsten Fall dem Verkäufer per App Auskunft über seine Vorlieben geben. Dies bietet sogar schon ohne direkte digitale Anbindung an das Ladengeschäft einen Vorteil: Hobbysportler erfassen ihre Läufe spielerisch schon so akribisch wie die Profis.
Technisch möglich, aber von der datenschutzaffinen Bevölkerung schwerer zu akzeptieren, ist der nächste Schritt: Dem Einzelhandel liegen die Daten schon vor, wenn der Konsument das Ladengeschäft betritt und ihm werden direkt die entsprechenden Vorschläge gemacht.
Selbst wenn die Wahl bei diesem einen Kauf den Schuh einer anderen Marke fällt, bindet die Marke den Konsumenten durch den Service dauerhaft. Die Marke ist nicht mehr nur ein Hersteller für Sportartikel, sondern wird zum Symbol für einen gesunden Lebensstil.
Um Konsumenten noch mehr zu involvieren und die Reichweite einer Marke zu erhöhen, können Services direkt in soziale Netzwerke wie Facebook verlängert werden.
Die Marke kann dem Konsumenten durch Einbindung seiner Freunde auch ein virtuelles Zugehörigkeitsgefühl in Form von Ranglisten oder Challenges anbieten.

Durch Services wird die Marke zu einem Teil des Dialoges. Und der wird mittels Smartphones überall gesprochen.

Werbeformate – Alles bleibt anders.

Mit Blick auf die Zielgruppe ist gerade eines bei mobilen Kampagnen entscheidend: Unternehmen müssen nicht nur die richtige Zielgruppe treffen, sondern diese auch richtig ansprechen. Qualität ist hier entscheidender als Quantität und klassische Ad-Kampagnen sind mobile schwierig. Display-Ads wie Googles Doubleklick pushen zwar die Entwicklung von responsiven Werbeformaten und das Tracking von Konsumenten über mehrere Devices hinweg, allerdings bleibt immer noch das Problem des nur eingeschränkt großen Bildschirmes bei Smartphones.

Da sich mobile Nutzer weniger auf klassischen Websites als in sozialen Netzwerken tummeln, findet dort auch in erster Linie die Vermarktung statt. Unabhängig davon, auf welche Art die Inhalte in den sozialen Netzwerken erzeugt werden, ob durch einen Offline-Anreiz, durch eine digitale Kampagne oder einen dauerhaften Service: Wenn die Inhalte erst mal generiert sind, bezahlt das Unternehmen in erster Linie für die Sichtbarkeit des Contents. Denn in der Natur der sozialen Netzwerke liegt die Tatsache, dass viel mehr Inhalte generiert werden als konsumiert werden können. Unternehmen können dann z.B. Facebook-Ads schalten, damit die Interaktionen mit ihrer eigenen Community oder die Statusmeldungen ihrer eigenen Anwendung bevorzugt in die Newsfeeds der Freunde ausgeliefert werden.

Erfolgsmessung – Warum mache ich das eigentlich?

Bei all den gebotenen Möglichkeiten darf die Erfolgsmessung nicht vergessen werden!
Vor der Erfolgsmessung steht allerdings die Zieldefintion: Welche Ziele sollen überhaupt erreicht werden? Abverkauf im Einzelhandel? Appstore-Installationen? Online-Vertragsabschlüsse?

Die zu definierenden Ziele sind im Optimalfall eine Untermenge der ohnehin bestehenden Business-Ziele und nicht mit der Festlegung von gewünschter Reichweite oder Fans zu verwechseln. Die bloße Messung von Klickraten auf Werbeformate oder Reichweite kann noch nicht beantworten, wie viel mehr Umsatz dadurch generiert wird. Dank Social Media haben Marketer die Möglichkeit auf einen direkten Rückkanal ihrer Aktionen. Den sollten sie auch nutzen. Denn nur wenn Business-Ziele erfasst werden, kann der Aufwand für die Zielerreichung ins Verhältnis zu den Kosten gestellt werden. So kann der Return of Investment (ROI) berechnet werden.

Sind die Ziele klar, gibt es diverse Möglichkeiten auf taktischem Level um den ROI von mobilen Aktionen zu messen.
Werden beispielsweise Coupons aus der Facebook-Community via Smartphone im Einzelhandel eingelöst, so kann das Kassensystem die eingelösten Coupons zählen – und man damit eine eindeutige Aussage über den auf diesem Wege generierten Verkauf treffen.
Für das Tracking im Web gibt es immer noch die Tracking-Pixel, welche nach einem zu erreichenden Ziel eingebunden werden. Der Anbieter, der die Werbemittel schaltet, stellt hier einen Tracking-Pixel zur Verfügung, mit dessen Hilfe er Nutzer wiedererkennt, die es vom Werbemittel bis zum Vertragsabschluss geschafft haben und zählt so die generierten “Leads”.

Fazit

Hat ein Unternehmen durchdrungen, welche Aktionen, Services, Kampagnen, Conversions wie auf welche Business-Ziele einzahlen, können Stellschrauben im Ablauf justiert werden und durch handfeste Zahlen belegt werden, welchen Einfluss die Nutzer von mobilen Geräten haben.

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Push-Ökosystem – Implikationen der Apple Watch

These: Mit der Apple Watch bekommt das Geschäft um Push-Notifications einen gewaltigen Boost. Wir werden in mittlerer Zukunft wir nicht mehr nach Informationen suchen, sondern die Informationen werden uns finden. Noch bevor wir wissen, dass wir sie benötigen.

Push Notifications werden unser zentrales Kommunikationsmedium

Haupt-Player in diesem neuen Markt der Notifications scheinen auf den ersten Blick natürlich Apple und Google mit Android sein. Aber spannend ist auch Facebook zu beboachten, die mit ihren Diensten aktuell sogar ein von der Hardwareplattform unabhängiges Ökosystem erschaffen. Aus diesem Grund wurden bestimmt auch gerne 22 Milliarden für WhatsApp bezahlt obwohl man parallel den Facebook Messenger weiter ausbaut.  Bei diesem Beispiele und bei allen anderen Messengern darf eines nicht vergessen werden:Den Diensten geht nicht darum, dass Nutzer mit ihren Freunden chatten können, sondern das die Anwendung selbst möglichst breit im Push-Ökosystem aufgestellt ist.

Push Notifications beerben Apps

Für Unternehmen reicht es bereits heute nicht mehr nur aus, nur eine App zu betreiben. Selbst wenn sie im Appstore gefunden wird, fristet sie ein tristes Dasein, wenn sie sich nicht regelmäßig einen Grund für die Benutzung bietet. Aber damit eine Anwendung  eine Rechtfertigung hat, den Nutzer über Notifications zu reaktivieren, müssen diese auch einen Nutzen bieten. Zum Beispiel weil meine Freunde auch die bei einem Dienst aktiv sind.

In Zukunft werden sich immer mehr Apps über Notifications melden. Parallel wird der Mehrwert und Intelligenz der Notifications steigen. Basis dafür ist, dass die zugrunde liegenden Dienste immer intelligenter werden. Und die Dienste  reagieren darauf, indem sie immer noch mehr Daten erfassen um noch mehr über ihre Nutzer lernen.

Der Konsument wird entscheiden, welche Dienste ihm so nah kommen dürfen

Ja, wir sind alle etwas genervt von Push Notifications. Zumindest momentan. Weil viel davon Spam ist. Außer natürlich, was uns unsere Freunde in Messengern schreiben. Na gut, manchmal sogar das. ;) Aber wenn in Zukunft bei jeder Notification unser Arm vibriert, überlegen wir uns zweimal, welcher Anwendung wir das Recht dafür einräumen.

Dieser neue Relevanz-Filter wird zum Selektionskriterium guter digitaler Dienste werden.

Schaut man mal etwas in die Zukunft, stehen wir sogar noch ziemlich am Anfang:  Computer entwickelten sich von raumeinnehmenden Monstern hin zu Boxen unter unseren Schreibtischen, von dort auf unsere Schöße und anschließend in unsere Hosentaschen. Nun tragen wir sie noch eine Weile am Arm, bevor wir sie im nächsten Schritt dann direkt  an unsere Gedanken ankoppeln.

Eine Spannende Zukunft. Johnny wagte die These, dass wir schon auf der re:publica sehen werden, ob die Watch sich durchsetzt. Wie seht ihr das?

(Foto-Credits gehen an  mein Handgelenks-Modell Julia)

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