Scharbeutz Strand

Input 2014#29 – Der Sinn des Lebens.

Der deutsche WM-Kader/Kater.

Input 2014#28 – Spiekermann, Zuckerberg und Wissenschaftsethik.

Verfolgen Sie das WM-Geschehen über soziale Netzwerke?

Verfolgen Sie das WM-Geschehen über soziale Netzwerke?

Die ONEtoONE fragte mich: Verfolgen Sie das WM-Geschehen über soziale Netzwerke und kommentieren Sie persönlich über ihre eigenen Social-Media-Accounts?

bb Verfolgen Sie das WM Geschehen über soziale Netzwerke?

Verfolgen Sie das WM-Geschehen über soziale Netzwerke und kommentieren Sie persönlich über ihre eigenen Social-Media-Accounts?

Die Antwort ist bereits aus der Vorrunde – aber immer noch aktuell!

Weidende Katzen

Input 2014#27 – Rankings, ROI und Rocketscience.

  • 7 veraltete Rankingfaktoren – Sehr gut geschriebener Artikel. Bei Punkt 7 war ich wirklich verwundert: Social Signals haben immer noch keinen Einfluss auf  das Google Ranking?
  • Why We Stopped Focusing on Direct Social Media ROI: A New Way of Viewing Conversions – Ja. Man kann halt nicht alles in Conversions messen. Einiges im Marketing ist halt nun mal longtail und branding.
  • Betsy Hoover’s Keynote at webinale 2014 - Perfekt für Sonntage: Keynotes von Konferenzen anschauen. Ist fast immer ziemlich konzentrierte Inhalte und inspirierende Menschen. Hier ist die Keynote der Webinale über die Digitalstrategie der Obama Kampagne. Wenig fancy techy Zeugs aber ziemlich down to earth Argumente, was gerade in unserer Gesellschaft abgeht. Absolut keine Rocketscience, aber Grundlage für alles was wir machen.
Der Playstation Custom Tab bei Youtube

Die Sache mit den Youtube Custom Tabs

Vorraussetzungen

Benötigt wird ein (einmaliges) Mediainvest von 40.000€, auszugeben innerhalb von 90 Tagen. Was aber meiner Meinung nach auch total Sinn macht. Traffic auf Youtube bekommt man ja vor allem durch die Suche nach Inhalten und durch soziale Netzwerke wie Facebook. Niemand (außer Agenturen und Markenunternehmen, die gerade so etwas bauen), geht auf einen Kanal aus reinem Selbstzweck.

Programmierung

Die Programmierung ist im Prinzip das gleiche wie eine Facebook Tab / App, von denen wir schon 500+ gemacht haben. Nämlich eine (responsive) Website, die im Kanal dort in einem iFrame eingebettet wird.

  • Google gibt vor, bei welchen Breiten diese responsive Site umbrechen muss
  • Es muss HTML5 sein, kein Flash.
  • Custom Tabs funktionieren nur auf Desktop, nicht mobil.
  • Man darf nicht das Look und Feel von Youtube-Seiten (Suche, etc.) kopieren.
  • Man darf keine Cookies setzen. Außnahme nur für Videospiele und Alkohol, um das Alter zu speichern.
  • Man darf keine iFrames einbinden. Das heißt: Keine Like-Buttons.
  • Grundsätzlich sind andere Social Networks aber nicht verboten. Ein Share in Facebook würde gehen.

Inhalte

  • Video Content nur von Youtube
  • Player ebenfalls nur von Youtube
  • Das Youtube Wasserzeichen muss immer sichtbar sein
  • Es muss immer gestartet und gestoppt werden können.

Gewinnspiele

  • Lokales Recht beachten
  • T&C, Privacy Policy Pflicht (wie bei Facebook Gewinnspielen auch)
  • Falls es ein Contest ist, können die Rechte des eingereichten Materials nicht an den Veranstalter übergehen.

Prozess

  • Das Konzept muss vorher mit dem Google Ansprechpartner abgestimmt werden, bevor man überhaupt anfängt zu entwickeln.
  • Und bevor das ganze live gehen kann, muss es ebenfalls von Youtube abgenickt werden. Dafür sollte man eine ganze Woche einplanen. Plus noch Zeit für Verbesserungen und erneuten Approval. Am besten den Implementierungsprozess erst nach Kontaktaufnahme mit Google final definieren, da das auch mal sehr variieren kann.

Sinn

Hört sich ja alles total spannend an. Das man seinen Kanal mit einem komplett selbst gestaltbaren Tab schmücken kann. Wirklich hübsch! In der Realität muss leider der Sinn des ganzen etwas angezweifelt werden. Die meisten Nutzer gehen selten direkt auf einen Kanal, weshalb das Media Investment auf jeden Fall nötig ist, um überhaupt Traffic auf den Custom Tab zu bringen. Zusätzlich ist die fehlende mobile Verfügbarkeit auch ein großes Manko. Andererseits denke ich, dass mobil der Besuch von Kanälen noch geringer ist als auf dem Desktop ohnehin schon, da man dort einfach nicht so am “stöbern” ist sondern sich Sachen anschaut, welche im Newsfeed Facebook sind.

Aber über die Relevanz von Youtube-Kanälen, Facebook Pages und der sinkenden Relevanz von Homepages als Startseite werde ich an anderer Stelle nochmals mehr schreiben.  Falls ihr trotzdem noch Inspiration für euren Youtube Custom Tab sucht: Best Practices gibt es beim Youtube Brand Channel Leaderboard.

Nachtrag

Kleiner Nachtrag von Kris: YouTube behält sich das Recht vor, die Spezifikationen für die Custom Tabs jederzeit zu ändern. Heißt: Wenn ein Tab fertig ist,kann es sein, dass von einen Tag auf den anderen plötzlich YouTube ein Design-Update aufspielt und der Tab nicht mehr schick ist.

Sonne in Berlin

Der letzte Ratgeber, den ihr braucht.

Ich habe schon echt viel gelesen. Sogar relativ viel auf Papier und im Kontext von Tech Unternehmen. Unter anderem: Wie Jack Welch General Electric zum Erfolg führte*, wie Apples Agentur Chiat Day arbeitet*, wie Google gewachsen ist*, wie AKQA und Nike zusammen arbeiten*, wie man sich selbst motiviert*wie Angewohnheiten gestrickt sind*, wie man mit Fundamentalisten diskutiert*wie man Präsentationen strickt*, wie man technische Veränderungen in Organisationen implementiert*was man tun sollte wenn Worte nicht mehr funktionieren* und wie die fast sämtliche andere Gründer ihre Firmen groß machten*.

Das sind alles Bücher die ich gelesen habe. Und ich kann auch jedes einzelne davon wirklich empfehlen. Mal abgesehen von vielen kleinen Inspirationen haben aber alle Bücher, alle Ratgeber und alle Methodiken eines gemeinsam:

  1. Eine Vision haben, was man erreichen möchte.
  2. Einen Plan machen, wie man es erreichen kann.
  3. Den Plan verfolgen, bis man es geschafft hat.

Mal abgesehen von den Anekdoten und den interessanten Persönlichkeiten: Mehr ist es nicht. Aber warum verkaufen diese Bücher sich dann so gut? Weil es trotzdem niemand schafft, aber das Versprechen der Ratgeber groß ist. Doch die Ablenkung ist allgegenwärtig. Niemand kann sich heutzutage noch konzentrieren, außer eine Deadline steht bevor. Dann muss es ja.

Dabei ist es so einfach. Wenn man für andere arbeitet, wie wir als Agentur, dann hinterfragt man ganz selbstverständlich die Ziele und berät den Kunden, welche Ziele überhaupt erstrebenswert sind. Aber schon bei den eigenen, ganz persönlichen, Arbeitsmethoden hinterfragt man viel zu selten, was gerade der Wert ist, den man beiträgt.

Dabei kann es ganz schön viel bringen. Zwei Beispiele:

  1. Vor einem Meeting: Einfach nochmals 5 Minuten zu nehmen um sich eine Agenda zurechtzulegen, was man mit dem Meeting überhaupt erwirken möchte.
  2. Vor einer Präsentation: Was will ich, dass die Leute mitnehmen?

Deshalb mein Appell: Hinterfragt euch selbst mehr. Bevor ihr den nächsten Ratgeber lest, nutzt einfach nur dieses Mantra: Was ist das Ziel?

Post-Half-Life

Post-Half-Life

Ich schreibe gerade ein WordPress Plugin zur Optimierung von Post-Zeiten. Das Plugin wird unter anderem für jeden Beitrag darstellen, wie viel Reichweite in den ersten [30min, 2h, 8h, 24h, 7w, ..] erreicht wurde und über welche sozialen Netzwerke die Nutzer gekommen sind.

So kann jeder Blog für sich selbst die besten Rahmenfaktoren für neue Blogbeiträge finden, indem Best Practices von vergangenen Beiträgen identifiziert werden. Solche Faktoren können sein:

  • Wochentag des Posts
  • Uhrzeit des Posts
  • Länge Text / Überschrift
  • Influencer-Seeding
  • Ads
  • Ansprache von Nutzern

Bisher pflege ich so etwas in Form meines Agile Reach Sheet von Hand. Aber ich glaube, das so etwas automatisiert viel mehr Sinn macht – deshalb arbeite ich gerade an dem Plugin.

Anregungen

Noch ist noch nicht mal eine Beta fertig. Aber trotzdem könnt ihr schon helfen! Welche Informationen könnten euch dabei helfen, eure Blogbeiträge zu optimieren?

Vision

Ultimativ könnte daraus sogar relativ einfach ein Plugin für automatisiertes multivariantes Testing werden. Der Autor hinterlegt dann verschiedene Überschriften und Bilder  für jeden Beitrag und das Plugin entscheidet automatisch, was am besten funktioniert. Quasi heftig.co für jeden Blog.

Sonnenstrahlen an der Hasenheide

Input 2014#26 – Yo, 色々な und CMO.

Milchmädchen

Content Marketing: Ein ungeeignetes Buzzword

Was heutzutage und vor allem im letzten halben Jahr einen Hype als “Content Marketing” erfährt, sind Praktiken die bei Social Media Agenturen und dem Betreiben von Kanälen in sozialen Netzwerken schon seit jeher praktiziert werden: Nämlich sich zu überlegen, was die Leute da draußen wirklich interessiert. Der Hanser Verlag ruft zur Blogparade: Content Marketing – Heilsbringer oder Hydra? Und ich antworte.

Digital benötigt Inhalte. Schon immer.

Digitale Medien werden von uns im allgemeinen zum Kommunizieren verwendet. Wir lesen und schreiben. Und wer möchte, dass im Internet über einen gesprochen wird, muss den Menschen entsprechende Anreize geben. Irgendwann wurde dann auch mal verstanden, dass es nicht wirklich ein Anreiz ist, lediglich sein Produkt im Internet zu positionieren. Mit dem Aufkommen von Blogs und Social Networks wurde dann hochwertiger Content geschaffen.

Mein liebster Teeversand Pure Tea hat schon 2009 in kleinen Videoclips erklärt, wie man Tee verkostet und auf was dabei zu achten ist. Richtig eingesetzte Blogs waren quasi die Urform des Content Marketings. Auch ohne Buzzword dafür.

Und dafür braucht es kein Buzzword.

Es ist zwar schön, dass sich im Zuge von Content Marketing Gedanken über die Bedürfnisse der Zielgruppe gemacht wird, und das diese einen Einfluss auf die Inhalte nimmt. Aber warum erst dann? Und warum wird das Vorgehen nur darauf beschränkt? Die Bedürfnisse der Zielgruppe müssen doch komplett jeder Handlung eines Unternehmens Zugrunde liegen. Nicht nur dem Content.

Content Marketing kann durch die Definition von Zielgruppen auch nichts mehr rausreissen, was nicht in allen vorgelagerten Schritten auf Unternehmensebene gelebt wird. Und dann ist Content Marketing auch kein losgelöstes Tätigkeitsfeld sondern logische Konsequenz.

Empathie ist wichtiger als Trends

Klar kann man Content Marketing machen. Man kann auch “Social machen”. Oder SEO. Jede “Lehre” des digitalen Marketings kann adaptiert werden. Und wahrscheinlich nützen sie sogar noch. Zumindest ein bisschen. Also, zumindestens ein mehr, als gar nichts davon zu adaptieren.

Aber man kann auch einfach mal “Empathie machen”. Selbst interessiert bei neuen Kommunikationsmitteln dabei zu sein und den Kunden über eben jene Mittel zu erreichen, die für ihn selbstverständlich sind. Wer ihnen dann noch authentische Inhalte liefert, braucht keine Modewörter sondern arbeitet intuitiv richtig.

Nyan Cat in Google Drive

Digitaler Wandel: Keine Vorreiter, sondern Außenseiter

Dieser Beitrag ist eine Antwort auf Blogparade: “Ist Digitalien eine Insel?” Bauen wir doch ein paar Brücken!

Falsches Selbstverständnis

Zuerst möchte ich etwas zurück rudern. Ich finde, dass die Problematik heißer gekocht als gegessen wird. Gesamtgesellschaftlich ist digitale Kommunikation und die Beschäftigung mit dem Internet an und für sich weit weniger wichtig, als wir denken. Das ist schwer einzusehen, denn für uns ist es omnipräsent und die meisten, die das hier lesen, werden ihre Existenz auf die eine oder andere Art darauf begründen. Aber wir sind weniger und wir sind unwichtiger als wir selbst glauben.

Schaut man mal in den Bundestag: Wir leben in einer repräsentativen Demokratie, weshalb ich davon ausgehen muss, dass die Menschen, die dort sitzen repräsentativ für Deutschland als Gesellschaft sind. Und wir sind nun mal ein christlich geprägtes, konservatives und hart arbeitendes Land. Das muss man verstehen. Und einsehen. Ein Großteil der Menschen möchte in erster Linie seine Existenz gesichert wissen. Denen braucht man gar nicht mit netzpolitischen Themen kommen, wie sie uns am Herzen liegen. Man würde sie aus einer Fremden Galaxie überfallen.

Trägheit der Masse

Max Planck hat sehr schön ausgedrückt: Veränderungen in der Gesellschaft setzen sich nicht unbedingt durch, indem Skeptiker überzeugt werden, sondern indem die nachwachsende Generation wie selbstverständlich von vornherein das Neue macht.

Eine neue wissenschaftliche Wahrheit pflegt sich nicht in der Weise durchzusetzen, dass ihre Gegner überzeugt werden und sich als belehrt erklären, sondern dadurch, dass die Gegner allmählich aussterben und dass die heranwachsende Generation von vornherein mit der Wahrheit vertraut gemacht ist. Wissenschaftliche Selbstbiographie, Leipzig 1948. Max Planck

Und die Ironie daran: Für ihn selbst galt das in späteren Jahren auch. Und für uns wird es auch gelten, wenn wir mal an dem Punkt angelangt sind, an dem die Gesellschaft für uns persönlich digital transformiert ist. Wenn nur noch Menschen leben, die so kommunizieren wie wir heute in unseren 20ern und 30ern, dann werden wir “die Alten” sein und die neue Jugend wird nicht verstehen wieso wir noch in WhatsApp tippen, wenn man sein Gehirn dann auch direkt ans Internet anstöpseln kann.

Und wir sehen es ja schon heute: Selbst hochgradig digitalaffine Menschen, zu denen ich mich selbst zähle, verstehen nicht vollständig, was gerade mit der Jugend und Youtube abgeht. Youtube wird zum Abenteuerspielplatz, der kein Platz für die Eltern hat. Dort drückt die Jugend von heute sich mit einem ganz neuen Selbstverständnis aus.

Beschleunigung der Spezialisierung

Auch wenn die breite Masse sich nur sehr träge digitalisiert, lässt sich nicht leugnen, dass wir zu diesem Zeitpunkt insgesamt den krassesten technologische Fortschritt in der Menschheitsgeschichte haben.

Durch das Internet entstehen in bestehenden Branchen ganz neue Spezialisierungen: Häuser werden automatisiert und Autos vernetzt. Und durch die Erfahrung und Rückführung dieser vielen kleinen Innovationen wird dann doch der gesamtgesellschaftliche digitale Wandel vorangetrieben.

Eigentlich ist es doch gar nicht so schlimm

Auch wenn wir nicht zufrieden sind, sind wir doch in einer ziemlich bequemen Position. Wir waren zum richtigen Zeitpunkt wach genug, um auf der Welle des digitalen Wandels mitzusurfen. Wir beobachten, wie um uns herum Geschäftsmodelle durch diesen digitalen Wandel aufgewirbelt werden oder sind gerade selbst fleißig dabei, aufzuwirbeln. Egal ob wir Programmieren, eine Community managen, designen oder einfach nur unsere Gedanken teilen.

Oder wir haben einfach nur Spaß, den ganzen neuen heißen Scheiß zu benutzen.

Hallo Zukunft, wir sind schon da.