Ackerstraße in Berlin im April 2014

Input 2014#16

So, mein letzter Beitrag vor einer Woche Urlaub in Rom!

  • Burger King Tests Fan Loyalty by Giving Away Big Macs – Ist schon etwas alt, aber bei uns diese Woche wieder aufgepoppt: Burgerking (Norwegen) hatte wie viele Marken das Problem, dass da viele Menschen “Fan” waren, die sich gar nicht für die Marke interessierten. Sie boten ihnen dann Gutscheine für Bigmacs an, wenn sie sich ent-fanten. 30000 von 38000 Fans haben das angenommen und am Ende hatten sie 8000 richtige Fans mit denen sie neu starten konnten.
  • Forrester entzaubert klassischen Blick auf Customer Journey - Diesen Link habe ich von meinem Geschäftspartner Vincent bekommen. Forrester sind zum Schluss gekommen, dass es nicht den einen Funnel oder die eine Customer Journey gibt, sondern dass man das sehr viel differenzierter betrachten muss. Es ist mehr ein Irrgarten als ein Funnel. Sehr spannende Visualisierung dazu, da sie dort auch die jeweiligen Touchpoints angeben.
  • Amazons Smartphone kommt mit sechs Kameras – Normalerweiße poste ich ja keine Hardwarenews. Aber das hier finde ich schon ziemlich bemerkenswert, was Amazon da zaubern will: “Neben den üblichen Kameras vorn und hinten für Fotografie und Film sollen sich demnach vier weitere Kameras im Gehäuse befinden, die u.a. Handgesten erkennen können und die Kopf- und Augenbewegungen verfolgen. Damit sollen sich offenbar Effekte umsetzen lassen, wie man sie in Smartphones bislang noch nicht gesehen hat.”
  • Google Will Now Track Your In-Store Purchases To Figure Out Whether Its Ads Are Effective - Google kooperiert mit den gleichen Anbietern wie Facebook, um die Offline Conversion und damit die Wirksamkeit ihrer Werbeformate zu beweisen.
  • Die Sache mit dem Frühaufstehen - Was ich schon immer sage: Wer viel schaffen will, muss früh aufstehen anstatt lange aufzubleiben. Ich mache das allerdings nur punktuell, wenn wirklich Termine anstehen. Ansonsten schlafe ich prinzipiell ohne Wecker, da ich ziemlich genau 7.5 Stunden schlafe und dann einfach wach bin. Länger kann ich nicht. Weniger allerdings merke ich sofort.
  • Alibaba: Doppelt so groß wie Amazon und um ein Drittel größer als Amazon und Ebay zusammen - Wusstet ihr, dass es einen größeren Online Shop als Amazon gibt?
Ship Love - Im Hamburger Facebook Office

I got 99 problems but organic reach ain’t one

Das Problem wie Facebook betrieben wird, ist nicht der sinkende Organic Reach – sondern etwas ganz anderes. Und damit meine ich jetzt nicht, dass guten Inhalten wichtiger sind, als um likes zu betteln. Gute Inhalte setze ich voraus. Nein – eigentlich haben wir doch ganz andere Herausforderungen.

Ein Post muss gar nicht alle Fans erreichen.

Die erste Stufe der Erleuchtung haben wir schon erreicht: Wir haben erkannt, dass Fans alleine nichts bringen. Fans kann man einkaufen oder durch Gewinnspiele generieren, aber dadurch entsteht nicht mehr Umsatz. Nein, wir wissen jetzt: Fans müssen sich für die Marke interessieren.

In Folge dessen wurde Reichweite und Engagement plötzlich en vouge. Jetzt wird versucht, das letzte Quentchen „Reach“ rauszuquetschen. Leider wird dies ziemlich monolithisch gemacht. Es werden Inhalte für Fanpages erstellt und dann müssen diese von möglichst vielen Menschen gesehen werden. Wie bei TV Spots

Hier, das ist unsere neue Mittelklasse Limousine. Sie hat neue Rückleuchten, verbraucht weniger Sprit und vermittelt dir trotzdem noch mehr Freiheitsgefühl – Kauf!Autohersteller im TV

Im TV funktioniert das. Und da gibt es, zumindest momentan, keine andere Möglichkeit als einen einzigen Inhalt möglichst gut und möglichst oft zu zeigen. Aber in Facebook gibt es bessere Möglichkeiten, als eine Fanpage für eine solche Top-Down Kommunikation zu “missbrauchen”.

Und jetzt kommen wir zu meinem kleines Geheimnis: Nur weil sich Fans für eine Marke interessieren, interessieren sie sich nicht für jeden einzelnen Inhalt.

Ein Post muss die richtigen Fans erreichen!

Ein Facebook Post muss seine Botschaft gar nicht an möglichst viele Fansherantragen. Viel wichtiger ist, die Botschaft an die richtigen Fans zum richtigen Zeitpunkt zu bringen. Denn es ist doch so: Jeder Fan hat eine andere Beziehung zu der Marke und seine eigenen Bedürfnisse wie er interagieren möchte. Deshalb braucht gar nicht jeder Fan auch jeden Inhalt zu sehen.

Wir haben in Facebook so wahnsinnig viele Möglichkeiten, unsere Posts direkt an die richtigen Nutzer auszuspielen. Niemand braucht ein Sonderangebot, wenn er sich das Produkt gerade gekauft hat. Stattdessen benötigt er aber vielleicht einen guten Kundenservice. Oder jemand, der sich ansonsten für Breitling interessiert, möchte vielleicht lieber Inhalte über Wellness Hotels als von Jugendherbergen sehen.

Oh, du interessierst dich für Corporate Social Responsibility und wohnst in Berlin? Wir haben hier diese Studie zu unserem ökologischen Fußabdruck und suchen übrigens gerade genau nach neuen Mitarbeitern die genau wie du Software Engineering studiert haben!Startup in Facebook

Um jedem Fan den richtigen Inhalt zur Verfügung zu stellen muss natürlich ein gewisser Aufwand vorausgehen. Eine Customer Journey, Sinus-Milieus oder eine Service Blueprints geben dafür gute Anhaltspunkt. Ein bestehendes und funktionierendes Customer Relationship Management ist natürlich perfekt. So können wir Menschen in Facebook aktivieren, mit denen wir bereits Kontakt hatten.

Mit Produkten wie den Website Custom Audiences können wir gezielt Menschen ansprechen, die bereits auf der Website waren.

Oh, du hast dir gestern einen Flug nach New York angeschaut aber nicht gebucht. Schau doch mal, heute sind alle Flüge in die USA 30% günstiger!Airline in Facebook

Die Königsklasse ist natürlich, dass wir unseren Segmentierungen jeweils noch einen monetären Wert zuzuordnen. Diese Disziplin nennt sich Multi Touch Attribution (MTA) und hat ihren Ursprung im Performance Marketing hat. MTA wird sogar im Börsenbericht von Facebook erwähnt und funktioniert vor allem bei elektronischen Geschäftsmodellen. Amerikanische Ad Tech Unternehmen wie Kenshoo setzen MTA bereits sehr erfolgreich in Facebook ein.

Ein digitales Geschäftsmodell bietet hier viele Vorteile. Aber auch ohne einen direkten Rückkanal können wir viel experimentieren. Zum Beispiel mit Targeting und gezielter Ansprache.

Höherer Organic Reach ≙Schlechtere User Experience

Um das ganze von einer anderen Seite aus zu betrachten: Nehmen wir  an, dass der Organic Reach erhöht wird. Dann heißt das im Umkehrschluss, dass jedem Nutzer mehr Werbung ausgeliefert wird. Das allerdings würde den wenigsten Nutzern gefallen und sie würden Facebook über kurz oder lange verlassen.

Facebook hat ein ureigenes Interesse daran, dass die Nutzer auf der Plattform bleiben. Und auch, dass sie möglichst lange bleiben. Und die Marketer ebenso. Wenn ein Nutzer nur hochwertige Inhalte zu sehen bekommt, dann wird er sie eher konsumieren. Und, mal ganz nebenbei: Warum sollten wir für Reichweite unser Inhalte bezahlen, wenn der Nutzer sich ohnehin nicht dafür interessiert.

Die neuen KPI sind doch auch die alten KPI.

An welchem Punkt haben wir eigentlich aufgehört darüber nachzudenken, wofür wir Facebook überhaupt verwenden? Wir machen das doch um Schokolade zu verkaufen, um Zuschauer in Kinofilme zu bringen oder um Flugzeuge mit Menschen zu befüllen – Und das können wir jetzt noch besser als je zuvor.

Wir müssen uns dabei nur öfter bewusst werden, dass wir nicht nur den einen Käufer haben, für den wir damals die TV Spots gemacht haben, sondern dass wir ganz viele verschiedene Käufer haben, die alle an einem anderen Punkt im Kauf-Prozess stehen. Und genau dort müssen sie mit dem richtigen Inhalt angesprochen werden.

Facebook ist ein sehr gut dafür zu nutzender Kanal. Aber nicht der einzige.

#turmtweet vom Soho House

Input 2014#15

Newsfeed der Panasonic VIERA Facebook Anwendung

Facebook auf dem Smart TV – Was für ein Elend!

Ich besitze seit Oktober einen neuen Fernseher. Es ist ein Panasonic TX-P55STW60* und ist sogar ein sogenannter Smart TV mit VIERA Technologie. Ich benutze sogar regelmäßig Anwendungen, die mir dort bereitgestellt werden. Hauptsächlich die Tagesschau-App, um mir eben jene asynchron anzuschauen, hin und wieder aber auch gerne die Anwendung von Arte für eine gute Doku, die ich verpasst habe. Doch letztens in einem Anflug von Langeweile wollte ich die Facebook Anwendung des Fernsehers testen. Und es war schlimm. Richtig schlimm.

Setup

Bevor ich zu den Features komme, möchte ich noch kurz auf die Authentifizierung zu sprechen kommen. Das war nämlich das tatsächlich beste an der ganzen Sache. Wirklich smart.

devicecropped Facebook auf dem Smart TV   Was für ein Elend!

Panasonic VIERA Connect bittet zur Authorisierung

Der Fernseher gibt einen Code aus, den ich dann unter https://www.facebook.com/device eingeben muss. Anschließend läuft die Autorisierung der Facebook App und die Vergabe der Permissions weiter über den Rechner.

orgBildschirmfoto 2014 04 06 um 22.04.02 Facebook auf dem Smart TV   Was für ein Elend!

facebook.com/device

orgBildschirmfoto 2014 04 06 um 22.04.59 Facebook auf dem Smart TV   Was für ein Elend!

Panasonic VIERA Connect Facebook Permissions

Doof allerdings, dass noch viel viel mehr Permissions als hier abgebildet abgeben muss. Habe ich das aber getan, sagt mir der Rechner, dass ich jetzt auf dem Fernseher fortfahren kann.

Features

Was diese Smart TV Anwendung an Features bietet, ist alles andere als Smart. Begrüßt werde ich nicht mit meinem Newsfeed, sondern mit einer Liste von Seiten, die ich irgendwann mal geliked habe. Allerdings ist das alles schon so lange her, das diese auch nicht wirklich Relevanz für mich im Alltag haben. Das erscheint mir fast wie eine chronologische Sortierung. Von daher ergibt dies überhaupt keinen Sinn.

feedcropped Facebook auf dem Smart TV   Was für ein Elend!

Newsfeed der Panasonic VIERA Facebook Anwendung

Überhaupt – Die ganze Anwendung ist so tabellarisch gestaltet. Das Interface muss von jemandem programmiert worden sein, der Facebook gar nicht aktiv nutzt sondern lediglich die API implementiert hat. Der wirklich soziale Gedanke von Facebook bleibt komplett auf der Strecke.

Fazit

Diese Anwendung ist vermutlich die umständlichste Art, Facebook zu konsumieren. Wieso sollte ich denn auf meinem Fernseher eine App aufrufen, die mich vom fernsehen abhält. Auch wenn es immer noch zur Diskussion steht, ob der Fernseher jetzt “first screen” oder “second screen” ist, kann die Lösung sicherlich nicht darin liegen, den Fernseher mit einer rückständigen Facebook Anwendung zu blockieren. Zusätzlich und Grundsätzlich möchte ich Facebook auch nicht mit Fernbedienung aber ohne Tastatur bedienen.

Schwedter Steg #nikeplus #nikerunning

Input 2014#14

  • Die Sabotage von RSS schreitet voran – Martin Weigert schreibt davon, wie schlimm es ist, dass Tech Blogs nur noch Schnipsel in ihrem Feed anbieten. Und das sie sich selbst kastrieren damit. Bin ich total dabei. Vielleicht sollten Blogs, die so etwas tun, mal über ihre KPI oder ihre Monetarisierung nachdenken. Page Impressions nur um der Impressionen wegen bringen ja auch nichts, solange sie nicht wirklich auf etwas einzahlen.
  • Blogbox zieht Bilanz und verrät, wie es weitergeht – Nochmal Martin Weigert. Und zwar mit Blogbox. Blogbox ist eine App, welche Blogs auf dem iPad kuratiert. Hatte ich schon vor langem mal davon gehört, aber nie benutzt. Ein eigenes Magazin quasi. Jetzt benutze ich die App und habe auch meinen Blog direkt mal eingetragen. Gute Sache!
  • Macaw: The Code-Savvy Web Design Tool - Macaw ist eine Alternative zu Adobe Edge Reflow. Der größte Unterschied ist, dass es in Macaw wirklich richtige Buttons und Inputs gibt. Es kommt also schon wirklich benutzbarer HTML Code  raus!
  • Facebook-Frust: Optimieren statt Aufgeben! - Sehr gut geschrieben: “Facebook war nie dafür da, eigenen Plattformen und Webseiten zu ersetzen. Facebook ist ein weiterer Kanal um mit Kunden in Kontakt zu treten. Das Zusammenspiel von Facebook und eigenen Plattformen ist entscheidend. Strategien werden nicht für Facebook gemacht. Facebook ist ein Bestandteil der Strategie und wie die Webseite und der Newsletter, zahlt auch Facebook auf die Erfüllung von Unternehmenszielen ein. Die Anforderungen von Facebook und von den Nutzern ändern sich stetig und auch Unternehmen müssen ihre Aktivitäten dauerhaft überprüfen, hinterfragen und gegebenenfalls optimieren.”
Marc Zuckerberg als Kissen.

Experiment: Sind Shares besser als Likes?

Diese Woche war ja voller Diskussionen über Facebook Reichweite. Und ich habe mir auch Gedanken gemacht, wenn auch nicht über meine Facebook Seite.

Und zwar starte ich ab heute ein kleines Experiment: Ich tausche auf meinem Blog die Like Buttons gegen Share Buttons.

Folgende Gründe haben mich zu diesem Experiment bewogen:

  1. Inhalte können nur ein einziges mal geliked werden. Nach einem Update des Artikels würde er keine neuen Likes bekommen. Dabei zahlen doch gerade eben diese Inhalte, welche ständig aktuell gehalten werden, auf ein gutes Google Ranking ein. Bei Karl Kratz gab es eine riesige Diskussion dazu.
  2. Bei einem relativ kleinen Blog, wie bei meinem, sieht es etwas traurig aus, wenn bei  einem Artikel die Anzahl von weniger als 20 Likes als Zahl daneben steht. Das mag für einen neuen Besucher den Eindruck erwecken, dass der aufgerufene Artikel vielleicht schlecht ist. Was er natürlich nicht ist. ;)

Die Hemmschwelle zum Teilen ist vielleicht etwas höher,  dafür bekommt ein geteilter Link viel mehr Aufmerksamkeit. Vielleicht liegt in dieser Hemmschwelle aber ja sogar eine Messlatte für Qualität? Denn, was ich nicht möchte, sind 0815 Inhalte, bei denen Like nur geklickt wird um  Zustimmung zu symbolisieren. Ziel muss ja solch geiler Content sein, der von dem geneigten Leser auch aktiv unter seinem eigenen Namen weitergetragen wird. Und dem mache ich es dann ein bisschen leichter.

Ich werde von meinem Experiment berichten. Wie sind eure Erwartungen? Oder habt ihr gar schon Erfahrungen?

Ein vollgepackter Späti in Berlin Friedrichshain

Dateiorganisation und Ordnerstrukturen in Unternehmen

Wer über die gemeinsame Ordnerstruktur in einem Unternehmen diskutiert, muss sich fragen, wie viel wirklich vorgegeben werden muss.

Wie es geht..

Meine Empfehlung  ist es, sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu einigen. Im Agenturkontext bei uns ist das:

/Kunde/Etat/Projekt/

Mehr nicht. Und wenn in einem Job mehr als ein Gewerk arbeitet, bekommt jedes Gewerk innerhalb des Jobs nochmal seinen eigenen Ordner, also:

/Kunde/Etat/Projekt/Gewerk

Da jeder Job anders sein kann und auch verschiedene Gewerke daran arbeiten, gestaltet sich jeder Job organisch von selbst, während man darin arbeitet. Bei kleinen Jobs muss man gar nichts strukturieren. Es schadet ja nicht, wenn 5 Dateien mal unsortiert in einem Ordner liegen.

Das ist ein schönes kleines Regelset, welches auch 1:1 mit unserer Abrechnung und unserer Zeiterfassung matched. Das macht es auch sehr mächtig, da es keinen Zweifel bei der Benennung gibt. Denn jeder weiß genau, an welchem Projekt er gerade arbeitet.

.. und wie nicht.

Das hört sich jetzt sehr einfach an, aber wir hatten das auch schon anders. Und ich befürchte, viele andere Organisationen machen dies auch noch viel komplexer. Und ich weiß deshalb auch genau wie solche komplexere Strukturen entstehen, denn ich war selbst Teil eines solchen Prozesses.

Ein paar wenige Privilegierte versuchen für andere mitzudenken und versuchen deren Fehler zu vermeiden. Man sitzt dann in einem Meeting zusammen und überlegt sich bis ins letzte Detail, wie die Prozesse sind und welche Dateien für alle möglichen Projekte und alle möglichen Gewerke anfallen. Anschließend werden Konstrukte von leeren Ordnern erstellt, welche immer in neue Projekte kopiert werden. Herauskommen kann dann so etwas:

00001_Kunde
└── 103_Projekt_3
├── 00_Material
├── 01_Account
│   ├── 00_Briefing
│   ├── 01_Kosten
│   ├── 02_Timing
│   ├── 03_Korrespondenz
│   ├── 04_Reportings
│   └── 05_Notizen
├── 02_Konzept
│   ├── 01_Grobkonzept
│   ├── 02_Feinkonzept
│   │   └── 120809_runde_1
│   ├── 03_Wireframes
│   └── 04_Text
│       └── 120809_runde_1
├── 03_Design
│   └── 120809_runde_1
│       ├── PNG
│       └── PSD
├── 04_Media
├── 05_Test
└── 06_Deliverables

So sahen bei uns früher Projekte aus, bevor sie überhaupt gestartet sind. Auch wenn ich an der Entstehung dieses Konstrukts beteiligt war, bin ich überhaupt kein großer Freund mehr von solch leeren Ordnergerüsten. Leere Ordnergerüste sind nicht nur erhöhter Aufwand beim beim Erstellen, da jemand die Ordner kopieren muss, sondern zugleich auch noch ein höherer Aufwand beim Suchen, wenn Inhalte eben noch nicht vorhanden sind und ich mich durch 3 leere Ordner klicken muss, nur um zu sehen, dass noch nichts geschehen ist. Gleichzeitig zwingt die leere Hülle dem ganzen Projekt auch noch einen Prozess über, den es vielleicht gar nicht hat und der sich ohnehin ständig optimiert.

Analyse

Die grundsätzliche Intension war eine Gute – es sollten Fehler vermieden werden. Aber noch viel wichtiger ist es, Produktivität freizusetzen. 

Eine Ordnerstruktur lebt von den Menschen die sie benutzen. Jeder kann sie jeden Tag durch abgelegte Dateien beeinflussen. Dafür braucht es keinen Account Manager, der in Sisyphusarbeit überprüft, ob alle Dateien vorhanden sind. Jeder einzelne fragt sich, ob alles da ist, was er benötigt, während er in – und mit – der Struktur arbeitet.

Bei uns ist der Effekt klar: Die Dateien sind nicht mehr so feingranular abgelegt, dafür aber insgesamt vollständiger.

Fresspaket aus dem Westen!

Input 2014#13

Habe diese Woche zwei mal ein Lob für meine Wochenzusammenfassung bekommen. Das hört man gerne, Danke! Werde mich weiterhin gut ins Zeug legen :) Diverse Käufe und Schließungen habt ihr diese Woche sicherlich selbst miterlebt. Hier ist der Rest, der vermutlich untergegangen ist:

Kind über Steine im Schlosspark Niederschönhausen

Was wollt ihr mal werden, wenn ihr groß seid?

Ein kleines Kind wird oft gefragt, was es mal werden will, wenn es groß ist. Feuerwehrmann, Astronaut oder Tierarzt sind dann die klassischen Antworten. Aber warum stellt man diese Frage einem Erwachsenen nicht mehr? Oder, anders gefragt, an welchem Punkt hört man auf, sich zu fragen, was man noch werden will?

Wir studieren. Oder wir brechen ab. Nehmen das nächstbeste. Erst mal über die Runden kommen. Träume beschränken sich darauf, den nächsten Schritt auf der Karriereleiter im Unternehmen zu erklimmen. Senior, Teamleiter, Teammanager oder Head of zu werden. Die Wünsche nach “neuen Herausforderungen” sehnen sich danach, dass gleiche in einem anderen Unternehmen zu machen, für mehr Geld natürlich, man ist ja jetzt Senior.

An welchem Punkt übergibt sich ein Mensch “in das System” und hört auf Träume zu haben?

Ich bin ja auch in der Rolle, dass ich viele Personalgespräche führe. Und so albern finde ich die Frage, wo sich jemand in 5 Jahren sieht, gar nicht. Wir hatten schon Mitarbeiter, bei denen erntete die Frage danach, wo derjenige längerfristig hin will, verunsichertes Schweigen. Die Frage danach, wo sie hin möchten erzeugte wirklich Angst! Sie möchten jeden Tag auf Arbeit kommen, ihre Sachen (durchaus gut) abarbeiten, und dann wieder nach Hause gehen.

Kann man akzeptieren, solange die Arbeit stimmt. Aber meiner Meinung nach sind die besten Mitarbeiter diejenigen, die wissen, was sie selbst erreichen wollen, und eine Rolle in einem Unternehmens finden, in dem sie das können. Ich glaube, dass es sowohl die persönliche Karriereplanung als auch den Aufbau eines Unternehmens deutlich vereinfacht und auch beschleunigt, wenn man eine klare Vision verfolgt.

Und wo wir gerade beim Thema sind. Als Gründer ist man in der etwas absurden Situation, quasi schon oben auf der Karriereleiter eingestiegen zu sein. Ich kann mich nicht fragen, wie ich es  schaffe innerhalb des Unternehmens “senioriger” zu werden. Und für mich kommt auch nicht in Frage, zu einem anderen Unternehmen, womöglich noch in eine Festanstellung, zu wechseln.

Das mach es allerdings nicht leichter. Im Gegenteil. Es gibt kein Junior-Senior-Framework für Erfolg. Der persönliche Zufriedenheit ist mehr oder weniger mit der Entwicklung des Unternehmens gleichgestellt. Aber damit meine ich jetzt nicht die Entwicklung des Umsatzes, sondern eher das Verfolgen einer Vision. Glück oder Zufriedenheit lassen sich nicht durch Umsatz messen.

Auf meine ursprünglich gestellte Frage habe ich allerdings auch keine Antwort. Wollte euch lediglich mal zum Nachdenken anregen und vielleicht jedem die kleine Challenge mitgeben, sich diese Frage selbst zu stellen. 

PS:  Die Challenge kann man durchaus auch aufs Privatleben beziehen. Also, falls ihr Deutscher Meister in eurer Nischensportart werden wollt oder einmal im Leben einen Langdistanz-Triathlon durchziehen wollt – auf gehts. Im Optimalfall macht ihr aber eure Berufung zum Beruf.